Entgegen der Einwendungen vieler Anhänger der U-Boot Waffe wie z.B. Karl Dönitz, wurde vor dem Kriege Bugansicht der BISMARCKinnerhalb der Kriegsmarine die Auffassung vertreten, daß eine starke Schlachtflotte das richtige Instrument zur Durchsetzung deutscher Interessen auf See sei.
In den Wiederaufbauplänen ab 1935 spielten die schweren Überwasserstreitkräfte eine größere Rolle als die U-Boot Waffe.
Der Flottenaufbau vor 1935 mit Panzerschiffen und Leichten Kreuzern muß bei einer Abwägung zwischen den Großkamfschiffen und den U-Booten außen vor gehalten werden, da es der deutschen Flotte durch den Versailler Vertrag verboten war U-Boote zu besitzen.
Bei der Betrachtung des falschen Verständnisses einer modernen Kriegsführung auf dem Atlantik können die Panzerschiffe also keine Rolle spielen, obwohl gerade dieser Schiffstyp eine interessante Rolle beim Kanpf gegen die brit. Nachschubwege spielte.

Die Dickschiffe und vor allem die Schlachtschiffe mit ihrem ungeheuren Machpotential passten perfekt in das Großmachtdenken Hitlers. Er war ein Freund solcher mächtigen Symbole deutscher Ingenieurkunst. Er wünschte sogar den Bau von 80.000 t Giganten mit Geschützen von 53 cm. Diese Maße erschienen jedoch sogar denen, die auf eine machtvolle Flotte setzten, viel zu groß..

Die schwere Artillerie der TIRPITZ ist auf das Ziel ausgerichtet und bereit zum Feuern

Die Ausrichtung der deutschen Flottenaufbaupläne hin zu einer starken Schlachtflotte war im wesentlichen von der Ansicht geprägt, daß eine Entscheidung über die Herrschaft auf See in der Entscheidungsschlacht Schlachtschiff gegen Schlachtschiff zu suchen sei.
Hierbei sollte jedoch vorerst nicht Großbritannien als Gegner ins Auge gefasst werden. Hitler sah vielmehr Russland als den kurzfristig potentiellen Gegner an.
Raeder gegenüber äußerte er die Annahme, daß ein Krieg gegen England wohl kaum vor 1946 zu erwarten sei. Zu diesem Zeitpunkt sollten die neuen Schlachtschiffe der H-Klasse in Dienst gestellt sein. Diese Schiffe wären der britischen KING GEORGE V Klasse überlegen gewesen.
Auf diese Tatsache, und auf den Umstand hin, daß die britische Flotte weltweit präsent und die Home Fleet dadurch geschwächt sein mußte, gründete sich die Annahme in einer Entscheidungsschlacht siegreich zu sein. Hierbei wurde übersehen, daß auch die Briten neue, größere Schiffe in der Planung hatten die der H-Klasse ebenbürtig gewesen wären.

Bei einer Verwirklichung der Schachtflottenpläne wäre die Kriegsmarine in einer ähnlichen Position wie die kaiserliche Hochseeflotte des I. WK gewesen. Sie hätte weitestgehend in den ihren Häfen festgelegen und auf den einen entscheidenden Befehl gewartet gegen die britische Schlachtflotte zur Entscheidungsschlacht auszulaufen.
Trotz der Schlachtflottenpläne gab es interessanterweise bereits in der Vorkriegszeit Überlegungen Teile der schweren Einheiten im atlantischen Handelsstörkrieg einzusetzen. Das Problem in diesen Überlegungen lag in der Tatsache, das die Schiffe keine Reparaturhäfen im Atlantik vorfinden würden. Bei etwaigen Beschädigungen, hätte erst der gefahrvolle Rückmarsch mit dem Durchbruch durch die atlantischen Nordpassagen erfolgen müssen. Erst die Besetzung Frankreichs minderte dieses Problem und eröffnete die Möglichkeit solcher Unternehmen wie “Berlin” oder “Rheinübung”.
Schlussendlich war aber auch diese neue Situation nicht ideal, da die die großen Reparaturdocks in Brest oder St. Nazaire in der Reichweite der britischen Bomber lagen und die dort liegenden Schiffe dann auch tatsächlich oft von Bombern angegriffen und beschädigt wurden.

28 cm Geschütze

In der Konsequenz könnte man sagen, daß die großen Einheiten der Kriegsmarine zwar für spektakuläre Aktionen gesorgt haben, aber ihr Wert für eine Unterstützung in der Gesamtkriegsführung eher gering war.
Betrachtet man z. B. die versenkte Tonnage durch die schweren Uberwassereinheiten und vergleicht diese mit mit der der U-Boote, so wirken die Versenkungserfolge eher unbedeutend.
Sicher war die Weisung Hitlers die Großkampfschiffe keinem Risiko auszusetzen (sie mußten von einem Geleitzug abdrehen, sobald eine Sicherung durch gleichschwere Einheiten vorlag) ein Grund für die geringen Versenkungserfolge.
Dies wiedersprach natürlich eindeutig dem Zweck zu dem diese Art Schiffe gebaut wurden, nämlich den Kampf zu suchen und Schlachten zu schlagen.
So blieb den Schlachtschiffen, und hier vor allem der TIRPITZ, nur eine Bindungswirkung. Sie sorgten mit ihrer bloßen Anwesenheit in einem Teil der Welt dafür, daß die allierten Streitkräfte an diesem Ort schwere Streitkräfte zusammenziehen mußten, die dann an anderen Kriegsschauplätzen fehlten.

Der zweite Weltkrieg zeigte deutlich, daß die Zeit der schweren Artilleriträger zuende ging und sich das Pendel zu den Flugzeugträgern und U-Booten bewegte. Die Dickschiffe verloren nach und nach ihre Einsatzgebiete und waren durch neue Waffen wie das Flugzeug, verwundbarer geworden. Eine Schlachtflotte wie sie der Z-Plan für die deutsche Kriegsmarine vorsah wäre nicht mehr zeitgemäß gewesen.