Autor: Mario Golze

Ende 1939 kam es im Südatlantik zu einem bedeutsamen Seegefecht zwischen dem Panzerschiff Admiral Graf Spee unter Kommandant Kapitän zur See Hans Langsdorff und einem britischen Kreuzerverband unter Kommodore Henry H. Harwood.
Aufgrund des Versailler Vertrages  von 1919 war der deutschen Marine nur der Besitz von acht veralteten Linienschiffen erlaubt. Jedoch durften diese nach einer Dienstzeit von 20 Jahren durch Neubauten ersetzt werden, die jedoch eine Höchstgrenze von 10000 tonnen  nicht überschreiten durften. Bereits kurz nach dem Krieg begannen die ersten Entwurfsarbeiten für diese Ersatzbauten, die jedoch nicht befriedigend ausfielen. Aufgrund der geringen Größe musste entweder an der Bewaffnung, an der Panzerung oder am Antrieb gespart werden. Dadurch waren diese Schiffe jedem denkbaren Gegner unterlegen.
Erst nachdem Mitte der zwanziger Jahre durch den Einbau eines Dieselantriebs eine bedeutende Erhöhung der Fahrstrecke möglich wurde, entschied man sich für einen schnellen und stark bewaffneten Typ, der allen  stärkeren Schiffen entkommen konnte und allen schnelleren Schiffen artilleristisch überlegen war. Daraufhin wurde 1929 das Panzerschiff Deutschland ( Ersatz Preußen), 1931 die Admiral Scheer ( Ersatz Lothringen) und 1932 die Admiral Graf Spee(Ersatz Braunschweig) in Auftrag gegeben. Alle drei besaßen als Hauptbewaffnung sechs 28 cm Geschütze in zwei Drillingstürmen und erreichten eine Höchstgeschwindigkeit von über 28 Knoten. Damit gab es auf der ganzen Welt nur drei Schiffen die Ihnen gefährlich werden konnten, der britischen Schlachtkreuzer Hood ( acht 38,1 cm Geschütze, 31 Knoten) und die  britischen Schlachtkreuzer Renown und Repulse (sechs 38,1 cm Geschütze, 30 Knoten). Die vier japanischen Schlachtkreuzer der Kongo-Klasse wurden als Gegner nicht in Betracht gezogen. Im Ausland wurden die Panzerschiffe zunächst spöttisch Pocketbattleship ( Westentaschenschlachtschiff ) genannt.
Am 21.August 1939, noch vor Kriegsausbruch, lief die Admiral Graf Spee aus Wilhelmshaven mit Kurs Südatlantik aus um dort auf Warteposition zu gehen. Erst am 26. September erfolgte die Freigabe der Operationen an die Graf Speeund die Deutschland, die im Nordatlantik operierte. Vom 30.September bis zum 07.Dezember gelang es der Admiral Graf Spee insgesamt acht Schiffe mit einer Gesamttonnage von 50171 BRT zu versenken. Da es trotz der Täuschungsmaßnahmen der Admiral Graf Spee einigen Schiffen noch gelungen war, per Funk einen Notruf abzusetzen, war die britische Admiralität über die Anwesenheit eines Handelsstörers im Südatlantik informiert. Zur Suche wurden acht Gruppen mit insgesamt vier Schlachtschiffe, fünf Flugzeugträger, zehn schwere und fünf leichte Kreuzer eingesetzt. Die Graf Spee änderte jedoch nach jedem Versenkungserfolg ihr Operationsgebiet und entkam dadurch jedes Mal ihren Verfolgern.
Eine dieser Gruppen die Force G, die vor der südamerikanischen Ostküste operierte bestand aus den schweren britischen Kreuzer Exeter ( Captain Bell), dem britischen leichten Kreuzer Ajax ( Captain Woodhouse ) und dem neuseeländischen Kreuzer Achilles ( Captain Parry ). Der schwere Kreuzer Cumberland, der ebenfalls zu dieser Kampfgruppe gehörte befand sich gerade zu Reparaturarbeiten im Stützpunkt auf den Falklandinseln. Nach der Versenkung des englischen Handelsschiffes Steonshalth am 07. Dezember erwartete der Flottillenchef Kommodore Harwood, dass das unbekannte Panzerschiff entweder zurück in die Heimat oder in das einzige Gebiet laufen  würde, in welches es noch nicht erschienen war. Und genau damit hatte er die Absicht des deutschen Kommandanten erraten. Am Morgen des 13.Dezembers 1939 um 06.08 Uhr, die Force G lief gerade mit Nordostkurs  parallel zur südamerikanischen Küste, meldete die Ajax eine Rauchfahne in Nordost. Daraufhin erhielt die Exeter den Befehl zur Aufklärung und meldet wenig später " I think is it a Pocketbattleship". Mit wehenden  Gefechtsflaggen lief sie dem Gegner mit 28 Knoten entgegen. Die beiden leichten Kreuzer blieben dagegen auf Nordostkurs um die Admiral Graf Spee von Osten anzugreifen und damit zur Feuerverteilung zu zwingen. Um 06.17 eröffnete das deutsche Schiff das Feuer auf die Exeter. Um 0620 begann die Exeter mit ihren sechs 20.3 cm Geschützen zu feuern, vier Minuten später die beiden leichten Kreuzer mit ihren 15,3 cm Geschützen.  Als Kapitän Langsdorff die Absicht des Gegners erkannte, ihn von zwei Seiten anzugreifen, ließ er sein Schiff nach Westen wenden, um nicht in die Falle zu gehen. Er musste nun aber alle drei Angreifer beschießen. Die Exeter hatte inzwischen mehrere schwere Treffer erhalten sodass nur noch der achtere Geschützturm einsatzfähig war. Auch der Kommandostand war getroffen worden. Bevor Captain Bell, der Kommandant der Exeter, um 06.40 nach Süden abdrehen ließ, feuerte er noch eine Torpedosalve aus 7000 m auf den Gegner, die jedoch keine Wirkung erzielte. Um 06.50 begann Sie jedoch wieder aus ihrem achteren Geschützturm zu feuern. Die Absicht der  Deutschen um 07.16, die Exeter zu verfolgen und endgültig zu vernichten, konnten die leichten Kreuzer mit mutigen Angriffen zunichte machen, obwohl sie mit ihren kleinen Geschützen der Panzerung der Admiral Graf Spee nicht  viel anhaben konnten. Dabei erhielten auch sie einige schwere Treffer, blieben jedoch kampffähig. Um 07.40 sah sich Kommodore Harwood aufgrund der schweren Beschädigungen gezwungen, die Verfolgung abzubrechen und seine Schiffe in Sicherheit zu bringen. Da der deutsche Kommandant die Verfolgung aber nicht aufnahm, drehte er wenig später wieder auf Gegenkurs um die Admiral Graf Spee außerhalb der Reichweite  ihre Geschütze zu verfolgen.
Die Schlacht war zu Ende. Der schwere Kreuzer Exeter war nur noch ein Wrack. Mit schwerer Schlagseite erreichte er aber die Falklandinseln. Die beiden leichten Kreuzer waren nicht ganz so schwer beschädigt, aber sie allein hatten gegen die Admiral Graf Spee keine Chance. Das deutsche Panzerschiff war zwar nur leicht beschädigt, aber durch einen Treffer in der  Back war das Schiff für den Durchbruch in die Heimat über den winterlichen Nordatlantik nur noch eingeschränkt seefähig. Außerdem war ein großer Teil der Munition verschossen worden und die Versorgung der Besatzung aufgrund eines Treffers in der Kombüse unmöglich geworden. Bei den Deutschen waren 36 Mann gefallen und 60 Mann zum Teil schwer verwundet. Kapitän Langsdorff entschied , den neutralen Hafen Montevideo  in Uruguay anzulaufen, um das Schiff wieder seeklar und kampfbereit zu machen. Seine Gegner verfolgten ihn bis dorthin.
Obwohl für die Reparatur des Schiffes mindestens vierzehn Tage veranschlagt wurden, teilte die uruguayische Regierung dem deutschen Kommandanten mit, dass er, nach internationalem Recht, den neutralen Hafen innerhalb von 24 Stunden zu verlassen habe. Andernfalls würde sein  Schiff mitsamt der Besatzung für die restliche Dauer des Krieges interniert werden. Die deutsche Gesandtschaft erreichte noch einen Aufschub auf 72 Stunden. Auch die Briten nutzten die Zeit um ihre Kräfte zu verstärken. Der schwere Kreuzer Cumberland traf am Abend des 14.Dezembers vor Montevideo ein. Durch eine List gelang es den Briten, das Auslaufen weiter zu verzögern. Alle 12 Stunden verließ ein Handelsschiff den Hafen. Nach internationalem Recht muss ein Kriegsschiff einen Handelschiff einer verfeindeten Nation 24 Stunden Vorsprung lassen, bevor es den Hafen verlassen kann.
In der Annahme, das ein Durchbruch aussichtslos wäre, ( den Briten gelang  es, die Anwesenheit von weiteren Kriegsschiffen, u.a. der Ark Royal und der Renown vorzutäuschen) beschloss Kapitän Langsdorff, sein Schiff in internationalen Gewässern zu versenken, nachdem die gesamte Besatzung  auf die Tacoma, einem deutschen Handelsschiff, gebracht wurde.
Am 17. Dezember um 17.52 Uhr verließ die Admiral Graf Spee den Hafen zu ihrer letzten kurzen Fahrt. Genau um 19.55 Uhr erschütterten gewaltige Explosionen das Schiff und es verschwand wenig später brennend in den Fluten der la Plata Mündung.
Der Fehler des deutschen Kommandanten war es, den Kampf mit den britischen Schiffen aufzunehmen, anstatt sich abzusetzen, wie es sein Operationsbefehl für so einen Fall vorsah. Da zu Beginn des Krieges noch keine leistungsfähigen Radaranlagen vorhanden waren, hätte er in der nächsten Nacht gute Chancen gehabt, seinen Verfolgern zu entkommen. Vermutlich hielt er seine Gegner für eine Zerstörerflottille und bemerkte seinen Fehler erst, als es zu spät war.
Kapitä zur See Hans Langsdorff erschoss sich am darauffolgendem Morgen in Buenos Aires, nachdem er seine Mannschaft in Sicherheit gebracht hatte. Er war ein hervorragender Seeoffizier, der das Leben aller  Besatzungsangehöriger der von ihm versenkten Handelsschiffe geschont hatte. Keiner seiner ehemaligen Gefangenen hatte jemals Grund, sich über ihn zu beklagen. Freund und Feind zollten ihm allerhöchsten Respekt. Sein  Entschluss zur Selbstversenkung seines Schiffes rettete Hunderte Menschenleben.