In einem Schreiben des Marinekommandos erging im Juli 1943 die Weisung:

Auf Anordnung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine haben die bisherigen Kreuzer Typ “P” die Bezeichnung Schlachtschiff “O”

Diese Weisung war letztendlich eine logische Folge aus der Entwicklungsgeschichte der “P”-Kreuzer.

Durch die Zurückstellung des Umbaus der SCHARNHORST-Klasse wurden deren 28 cm Drillingstürme nicht, wie eingeplant, für die “P”-Kreuzer frei. Daraus folgend kam der Gedanke auf, die ebenfalls für diesen Umbau in Bau befindlichen 38 cm Doppeltürme in die “P”-Kreuzer einzubauen. Konstruktionsbedingt hätten für jeden der Kreuzer nur 2 Türme verwendet werden können. Die daraus folgernde schwere Artillerie mit 4 x 38 cm erschien allerdings zu schwach. Zur Erhöhung der Kampfkraft der geplanten Schiffe wurden daher je 3 Doppeltürme in die Planung einbezogen. Die damit zwingend erforderliche Vergrößerung der Schiffe brachte diese in die Klasse der Schlachtschiffe.

Damit endete die Entwicklung als Kreuzer und sie ging über in die Planung als Schlachtschiff. Aus der Logik der Baunamenvergabe heraus erhielt das erste Schiff die Bezeichnung “O” (“H” bis “N” waren die Bezeichnungen für die Schiffe der “H”-Klasse).

Betrachtet man die Eckdaten des Entwurfes bezüglich einer starken Bewaffnung bei der schweren und mittleren Artillerie, einer hohen Geschwindigkeit und einer eher mittelstarken Panzerung, so kann man beim Schlachtschiff “O” eher von einem typischen Schlachtkreuzer sprechen. In der Kampfkraft in etwa der SCHARNHORST-Klasse entsprechend (besonders nach deren Umbau), war jedoch die Reichweite des Typs “O” stark gesteigert. Dies spiegelte auch hier die geplante Verwendung als Kriegsschiff im Einsatz gegen die überseeischen Handelswege dar.

Die Aufträge für drei Schiffe dieses Typs gingen noch im August 1939 heraus. Für den Bau sollten freie oder demnächst frei werdende Helligen bei den Deutschen Werken Kiel (“O”), der Kriegsmarinewerft Wilhelmshaven (“P”) und die Germania Werft Kiel (“Q) verwendet werden. Die Ablieferungstermine wurden auf Mitte bis Ende 1943 festgelegt. Wie aber auch schon bei der H-Klasse fielen die Bauten der Kriegslage zum Opfer. Schon im September 1939 wurden die Aufträge für alle drei Schiffe annulliert. Die Führung der Kriegsmarine hielt die “O”-Klasse immerhin für so interessant, daß noch bis ins Jahr 1942 die Planungen weiterliefen, bis sie endgültig dem verstärkten U-Boot Bau zum Opfer fielen.