Im Rahmen des Z-Plans entstand die Idee zur Entwicklung eines neuen Typs zur Durchführung eines überseeischen Kreuzerkrieges. Die Erfahrungen, die mit den Panzerschiffen der DEUTSCHLAND-Klasse während des spanischen Bürgerkrieges gemacht wurden, ließen den Schluß zu, das bei einer entsprechenden Vergrößerung und vor allem Geschwindigkeitssteigerung ein sehr interessantes Kampfschiff entstehen würde.

Eine Erhöhung der Geschwindigkeit auf bis zu 30 Knoten unter Beibehaltung der Bewaffnung mit 6 – 28 cm (evtl. Steigerung auf 8 – 28 cm) hätte diesen Typ zu einer echten Bedrohung der gegnerischen schweren Kreuzer werden lassen. Bei günstiger Auslegung der Maschinenanlage und einer entsprechenden Reichweite wäre der Kreuzerkrieg bis in den Indischen Ozean hereingetragen geworden. Dadurch wäre jeder Gegner gezwungen gewesen seine Geleitzüge auf allen Handelsrouten mit massiven Kräften zu sichern. Dies wäre nur durch eine Steigerung der Anzahl der sichernden Kreuzer oder aber durch den Einsatz überlegener Streitkräfte wie Schlachtschiffe möglich geworden. Die hierzu einzusetzenden Resourcen wären immens gewesen, wobei auch immer noch an Reserven für die Verhinderung eines Ausbrechens der deutschen Schlachtschiffe gedacht werden mußte. Der Typ des verbesserten Panzerschiffes hätte auf seiten der Engländer und Franzosen, letztendlich auch der Amerikaner ein großes Rüstungsprogramm erfordert.

Es stellt sich die Frage ob dieser Typ nicht sogar wertvoller war, als das, ebenfalls zum Z-Plan gehörende, Schlachtschiff der H-Klasse, zumal die Herstellungskosten und der Bauaufwand geringer als bei den Schlachtschiffen gewesen wäre.

Aus bautechnischen Gründen war eine gemischte Maschinenbestückung vorgesehen. Um eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen war in den Anfängen der Planung eine Ausrüstung mit den gleichen Dieselmaschinen geplant, wie sie auch für die H-Klasse vorgesehen waren. Diese Ausstattung hätte jedoch starke Probleme in der Schiffslänge aufgeworfen. So wäre der vorderste Geschützturm sehr weit ins Vorschiff gewandert und hätte dadurch die gleichen Probleme aufgeworfen, die schon von der DEUTSCHLAND-Klasse bekannt waren. Bei dieser tauchte das Vorschiff sehr stark ein und brachte ungünstige Eigenschaften bei schwerer See mit sich. Dieser Faktor spielte, bei einer Verwendung im Atlantik, natürlich eine nicht unerhebliche Rolle.

Aus diesem Grunde wechselte man zu einem gemischten Antrieb aus 2/3 Dieselmaschinen und 1/3 Turbinenanlagen. Hierdurch wurden die Gewichtsverteilungen im Schiffskörper wieder günstiger.

Als Bewaffnung war zunächst, identisch zu der DEUTSCHLAND-Klasse, eine schwere Artillerie von 6 x 28 cm Geschützen in Drillingstürmen vorgesehen. Für die ersten beiden Kreuzer des Typs “P” waren jeweils die Türme A und C der Schlachtschiffe SCHARNHORST und GNEISENAU vorgesehen. Diese Türme würden nach dem geplanten Umbau der Schlachtschiffe auf 38 cm Geschütze frei für einen Einbau. Das dritte Schiff der “P”-Klasse sollte nach der Unterbaukürzung der B-Türme aus den Schlachtschiffen der SCHARNHORST-Klasse mit diesen ausgerüstet werden. Durch diese Weiterverwendung der vorhandenen Türme hätte eine relativ schnelle Fertigstellung der Kreuzer erfolgen können. Für die Ausrüstung der weiteren Kreuzer war dann jedoch ein neu entwickelter 28 cm - Turm vorgesehen, bei dem die bekannten Schwierigkeiten, vor allem im Bereich der Munitionsversorgung des mittleren Rohres, endgültig behoben werden sollten.

Mitte 1939 wurde klar, das die politische Lage eine Umrüstung der SCHARNHORST und GNEISENAU für den Moment nicht zuließ. Dadurch wurden natürlich die Planungen für den Kreuzer Typ “P” direkt berührt, da nunmehr die eingeplanten Geschütztürme nicht mehr zur Verfügung standen.

So kam die Idee auf, die Kreuzer mit den 38 cm Doppeltürmen auszustatten, welche für den Umbau der Schlachtschiffe gebaut wurden. Dies wäre aber nicht mehr als eine Notlösung gewesen und hätte den Kreuzern eine unbefriedigende Bewaffnung beschert.

Nach vielen Überlegungen in den Gremien der Kriegsmarine und einer Vorstellung der Alternativen durch den Großadmiral Raeder gegenüber Hitler ordnete dieser an, daß “der Kreuzer Typ “P” mit 3 x 38 cm Doppeltürmen auszurüsten und fortan als Schlachtschiff zu bezeichnen sei”

Hierdurch wandelten sich die Planungen des Kreuzers Typ “P” in die Neukonstruktion des Schlachtschiffes “O”