Autor: Mario Golze


Nachdem der Kreuzer kurz nach Kriegsbeginn am 20. September 1939, unter dem Kommando von Kapitän zur See Heinrich Woldag, in Dienst gestellt wurde, begann das Training der Besatzung. Aufgrund immer wiederkehrender Werftliegezeiten wurden bis Ende 1939 lediglich einige Probefahrten absolviert. Die weitere Ausbildung wurde durch den harten Winter so stark behindert, daß das Schiff bis zum Frühjahr 1940 lediglich 19 Tage auf See war, aber mit Blick auf den geringen Schiffbestand der Flotte, wurde der Kreuzer zur Unternehmung "Weserübung" mit herangezogen.

Unternehmen "Weserübung"

Zur Kriegsschiffgruppe 5 gehörend, lief der Kreuzer am 07. April um 06.00 Uhr von Swinemünde zusammen mit dem leichten Kreuzer Emden nach Kiel um sich mit dem Rest der Kampfgruppe zu vereinigen. An Bord befanden sich Konteradmiral Kummetz als Kommandeur dieser Kampfgruppe, sowie 800 Mann der 163. Infanteriedivision.
Von Kiel aus liefen die beiden Kreuzer, verstärkt durch das Panzerschiff Lützow und drei Torpedobooten nach Norwegen, mit dem Auftrag, die Hauptstadt Oslo zu besetzen. Im Skagerrak wurde der Verband vom britischem U-Boot Triton vergeblich angegriffen.
Als die Schiffe in den Oslofjord eindrangen, wurden sie um 05.21 Uhr von der norwegischen Batterie Oskarsborg in der Dröbakenge unter Feuer genommen. Zwei 28 cm Granaten zerstörten den Vormars und die Flugzeughalle der, den Verband anführenden Blücher. 20 weitere 15 cm-Treffer der Batterie Kopas verwandelten das Mittelschiff in einen Trümmerhaufen. Schwer beschädigt lief der Kreuzer Blücher weiter und erhielt um 05.40 Uhr zwei Treffer von der Torpedobatterie auf der Insel Kaholmen. Da das Ausmaß der Schäden noch nicht überblickt werden konnte, lief der Kreuzer noch ca zwei Seemeilen weiter und ankerte in der Nähe der kleinen Insel Askholmen. Dort versuchte die Besatzung, die Brände unter Kontrolle zu bringen und das Schiff zu halten. Um 07.00 Uhr mußte der Kommandant einsehen, das das Schiff nicht mehr zu retten war und befahl alle Mann von Bord. Etwa um 07.30 Uhr kenterte der Kreuzer und versank. 125 Seeleute und 195 Angehörige des Heeres fanden den Tod. Das Schiff liegt noch heute an der Untergangsstelle in einer Tiefe von 70 Meter.
Der Rest der Kampfgruppe zog sich zurück und schiffte die Truppen aus, die bis zum Abend die Batterien von Land her besetzten und damit die Durchfahrt der Schiffe ermöglichten.
Im nachhinein kann es als schwerer Fehler angesehen werden, ein so wertvolles (und noch dazu nicht voll einsatzfähiges) Schiff als erstes in den Oslofjord einlaufen zu lassen, wo doch mit feindlichen Aktionen gerechnet werden mußte. (Das Vorhandensein der Batterien und einer Minensperre war dem deutschen Nachrichtendienst bekannt)