Ein neues Schiff für die neue Marine – EMDEN

Der Reichsmarine waren nach dem 1. Weltkrieg nur veraltete Schiffe verblieben. Diese genügten in keiner Weise den Aufgaben welche an eine moderne Marine gestellt wurden. Durch die Bestimmungen des Versailler Vertrages waren die Möglichkeiten für Neubauten stark eingeschränkt. Ein Schiffstyp der jedoch für die Reichsmarine erlaubt blieb war der leichte Kreuzer.

Da dieser Schiffstyp auch gerade für die Ausbildung des Offiziersnachwuchses geeignet war entstand schnell der Entschluß Ersatz für die veralteten kleinen Kreuzer, die noch aus der Vorkriegszeit kamen, zu schaffen. Als erstes wurde ein Ersatzbau für den kleinen Kreuzer NIOBE ins Auge gefaßt.

Am 07.April 1921 erging an die Reichsmarinewerft in Wilhelmshaven der Auftrag unter der Baunummer 100 einen neuen leichten Kreuzer zu bauen.

Der Kiel des Schiffes wurde am 08.Dezember 1921 gestreckt. Der Bau selber verzögerte sich durch viele Umstände erheblich und so konnte erst am 07.Januar 1925 der Stapellauf erfolgen.

Als Taufpatin trat die Witwe des früheren EMDEN – Kommandanten, Jutta von Müller, auf. Sie taufte den ersten neuen Kreuzer der Reichsmarine auf den traditionsreichen Namen EMDEN.

Die weitere Fertigstellung wurde nun schnell voran getrieben, so daß EMDEN am 15.Oktober 1925 in Dienst ging.

Nach der Ausbildung der Besatzung und einigen Umbauten beim Gefechtsmast und beim achteren Schornstein lief EMDEN am 14.November 1926 aus Wilhelmshaven zur ersten Auslandsreise aus. Diese sollte bis zum 14.März 1928 dauern und den Kreuzer einmal um die Erde führen.

Bis zum Ausbruch des 2.Weltkrieges folgten noch acht weitere Auslandsreisen. Unterbrochen wurde die Ausbildungstätigkeit von einem 5-monatigen Werftaufenthalt auf dem einige größere Umbauten, wie die Umrüstung der vier mit Kohle befeuerten Kessel auf Ölfeuerung.

Während des 2.Weltkrieges blieb die Hauptaufgabe der EMDEN auch weiterhin die Ausbildung des Nachwuchses. Sie mußte allerdings hin und wieder diese Tätigkeit unterbrechen um Kampfaufgaben durchzuführen. Sie nahm an Minenoperationen in der Nordsee teil, gehörte während der Operation Weserübung zur Kriegsschiffgruppe 5, die Oslo erobern sollte, und half, als Teil der sogenannten “Baltenflotte”, bei der Beschießung von Sworbe im September 1941.

Ende 1944 lag EMDEN in der Schichau Werft, Königsberg. Es wurde die fällige Maschinenüberholung durchgeführt. Mitte Januar 1945 rückte die Rote Armee auf Königsberg zu und EMDEN ging unter Schlepperhilfe am 25.Januar nach Pillau zum provisorischen Fahrtklarmachen. Hierbei nahm sie die Sarkophage des ehemaligen Reichspräsidenten von Hindenburg und dessen Frau an Bord. In Pillau wurden diese an das Fahrgastschiff PRETORIA übergeben, die sie nach Stettin verbrachte.

EMDEN nahm, notdürftig klar gemacht, ca. 1000 Flüchtlinge an Bord und lief mit diesen am 06.Februar in Kiel ein. Vier Tage später wurde sie bei einem Luftangriff so stark beschädigt, daß sie nur noch in die Heikendorfer Bucht geschleppt und dort auf Grund gesetzt werden konnte. Am 03.Mai wurde EMDEN durch Sprengladungen weitestgehend zerstört.