Autor: Mario Golze

Am 29. April 1939 wurde der Kreuzer Admiral Hipper unter dem Kommando von Kapitän zur See Hellmuth Heye in Dienst gestellt. Als erstes Schiff einer völlig neuen Klasse, kam seiner Erprobung besondere Bedeutung zu. Von Juni bis August ging der Kreuzer erneut in die Werft. Unter anderem wurde die Bugform, die Brücken und der Schornstein verändert. Den Rest des Jahres verbrachte das Schiff mit weiteren Erprobungen in der Ostsee und einer erneuten Werftliegezeit. Am 31. Januar verlegte das Schiff nach Wilhelmshaven und nahm vom 18.-20. Februar zusammen mit den beiden Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau am Unternehmen "Nordmark" teil. Ein von der Luftaufklärung gemeldeter Geleitzug sollte zwischen Norwegen und Schottland angegriffen werden. Nachdem keine Ziele in Sicht kamen, wurde das Unternehmen abgebrochen. Zurück in Wilhelmshaven blieb der Kreuzer bis zum 20. März dort und lief anschließend nach Cuxhaven zur Vorbereitung auf das Unternehmen "Weserübung".

Unternehmen "Weserübung"

Früher in Dienst gestellt, als die Blücher, hatte die Admiral Hipper bereits im Frühjahr 1940 ihre volle Einsatzbereitschaft erreicht. Im Rahmen des Unternehmens "Weserübung" war es ihre Aufgabe, zusammen mit vier Zerstörern und eines Gebirgsjägerregiments die Stadt Drontheim zu besetzen. Nachdem sie am 06.04.1940 aus Cuxhaven ausgelaufen war, traf sie sich mit den Zerstörern auf der Höhe von Helgoland und nahm Kurs auf Norwegen. Am 08.04.1940 wurde der Kreuzer vom deutschen Zerstörer Bernd von Arnim zu Hilfe gerufen. Dieser war auf den britischen Zerstörer Glowworm gestoßen, der zusammen mit anderen Schiffen vor der norwegischen Küste operierte, um eine Minensperre zu legen. Der britische Zerstörer hatte sich von seiner Gruppe getrennt, um ein über Bord gegangenes Besatzungsmitglied zu suchen und war dabei auf die deutschen Schiffe gestoßen. Nachdem die Admiral Hipper in das Gefecht eingriff, schoss die Glowworm insgesamt 10 Torpedos ab, nebelte sich ein und versuchte zu entkommen. Sie hatte jedoch schon mehrere schwere Treffer einstecken müssen. Da ihr Schicksal besiegelt war, setzte sie zum Rammstoß auf den deutschen Kreuzer an und traf ihn mittschiffs. Während der britische Zerstörer brennend versank (31 Überlebende wurden von der Hipper gerettet), hatte die Admiral Hipper schwere Schäden davongetragen. Der Rumpf war auf ca. 40 meter aufgerissen, der Steuerbordtorpedorohrsatz war zerstört worden.
Zusammen mit den Zerstörern setzte sie den Marsch nach Drontheim fort, wo sie am 09.04.1940 um 05.25 Uhr eintraf. Am Tag darauf lief der Kreuzer allein zurück nach Deutschland und traf am 12.04.1940 in Wilhelmshaven ein, wo er bis Ende Mai repariert wurde und anschließend in der Ostsee Erprobungen durchführte. Anschließend lief sie nach Kiel zur Vorbereitung auf den nächsten Einsatz.

Operation "Juno"

Zusammen mit den beiden Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau verließ die Admiral Hipper am 04.06.1940 Kiel zu einem Entlastungsangriff auf den britischen Stützpunkt Harstadt.
Am Abend des 07. Juni stand der Verband südostwärts der Insel Jan Mayen und hatte gerade seine Versorgung mit Brennstoff abgeschlossen, als mehrere Meldungen eintrafen, nach denen zu vermuten war, das sich die Briten auf dem Rückzug aus Nordnorwegen befänden. Der Oberkommandierende des Flottenverbandes, Vizeadmiral Marschall, änderte daraufhin eigenmächtig die Operationspläne und beschloss, die britischen Evakuierungskonvois anzugreifen.
Am Morgen des 08. Juni kamen zwei Schiffe in Sicht von denen die Hipper gegen 07.00 Uhr den Marinetrawler Juniper versenken konnte. Das andere Schiff fiel der Scharnhorst zum Opfer. Etwa zwei Stunden später wurde der britische Truppentransporter Omaha von einem Zerstörer ausgemacht und anschließend von der Admiral Hipper versenkt. Nach 13.00 Uhr wurden der Kreuzer und die Zerstörer nach Trondheim abkommandiert, wo sie am Morgen des 09. Juni eintrafen. Zusammen mit der am Nachmittag ebenfalls eingelaufene Gneisenau und drei Zerstörer verließ die Admiral Hipper am 10. Juni wieder den Hafen zu einem erneuten Vorstoß, der jedoch nach Sichtung eines feindlichen U-Bootes abgebrochen wurde.
Am 20. Juni lief die Admiral Hipper wieder in Begleitung der Gneisenau und eines Zerstörers aus Trondheim aus. Kurz vor Mitternacht wurde jedoch das Schlachtschiff vom britischem U-Boot Clyde torpediert, sodass auch dieses Unternehmen abgebrochen werden mußte. Nunmehr ohne die beiden Schlachtschiffe, unternahm die Admiral Hipper vom 25. Juni bis zum 06. August einen Vorstoß in das Nordmehr, wo allerdings außer der Kaperung des Frachters Ester Thorden kein weiterer Erfolg erzielt wurde. Aufgrund der überholungsbedürftigen Maschinenanlage wurde das Unternehmen beendet und am 11. August traf der Kreuzer wieder in Wilhelmshaven ein. Nach einer vierwöchigen Grundüberholung in der Werft bereitete sich der Kreuzer unter dem neuen Kommandanten Kapitän zur See Meisel auf seine neuen Aufgaben vor.

Die erste Operation im Atlantik

Am Morgen des 24. Septembers 1940 lief der Kreuzer zu seinem ersten Durchbruchsversuch in den Atlantik in Begleitung von vier Torpedobooten aus Kiel aus. Schon beim Durchlaufen des Skagerraks traf ihn das erste Mißgeschick in Form eines Maschinenschadens und er war gezwungen, das norwegische Kristiansand anzulaufen, wo er zwei Tage mit den anstehenden Reparaturen verbrachte. Am Abend des 24. Septembers setzte die Admiral Hipper ihren Marsch nach Norden bei immer stärker werdendem Nordsturm fort, aber schon kurz nach Mitternacht kam es zu einem erneuten Maschinenschaden der den Kreuzer zwang über zwei Stunden gestoppt auf See liegen zu bleiben. Trotz der stürmischen See (Windstärke 8-9), schwebte der Kreuzer in höchster Gefahr, von feindlichen U-Booten entdeckt zu werden. Nach einer Notreparatur lief der Kreuzer zurück nach Kiel und von dort nach Hamburg, wo die Maschinenanlage gründlich repariert wurde.
Am 28. Oktober waren die Arbeiten beendet und das Schiff lief zur Erprobung in die Ostsee. Vom 17.-25. November lag das Schiff im Dock in Kiel, wo es noch malüberholt und neu ausgerüstet wurde.
Nachdem die Admiral Hipper am 27.November den Operationsbefehl erhalten hatte, lief sie am selben Tag nach Brunsbüttel, wo sie jedoch, aufgehalten durch einen schweren Sturm, bis zum 30.November verbleiben mußte. Nachdem der Sturm abgeflaut war, konnte das Unternehmen "Nordseetour" endlich starten. Am 01. Dezember lag der Kreuzer bei Bergen im Hjeltfjord, wurde betankt und erhielt einen Tarnanstrich, ähnlich dem des britischen Kreuzers Liverpool. Anschließend lief die Admiral Hipper ins Nordmeer, wo sie einige Tage blieb und aufgetankt wurde, um das Auslaufen zweier Versorger aus Frankreich in den Atlantik abzuwarten.
Am 05. Dezember endlich begann der Durchbruch durch die Dänemarkstraße. Nachdem der Kreuzer im Schutz eines Sturmes den Atlantik erreicht hatte, war eine erneute Brennstoffversorgung notwendig geworden. Am 10. Dezember kam es zu einem neuerlichen Maschinenschaden, der nur provisorisch repariert werden konnte. Nachdem dies geschehen und die Versorgung durchgeführt worden war lief der Kreuzer auf die vermutete Route des vom deutschen B-Dienst gemeldeten Geleitzuges HX 94 südlich von Grönland. Bis zum 16. Dezember wütete wieder ein schwerer Sturm, anschließend übernahm die Hipper wieder Treibstoff und operierte auf den Geleitzug HX 95, der ebenfalls vom Nachrichtendienst gemeldet worden war. Auch diesmal war die Suche vergeblich, die Suche wurde wiederum durch schlechtes Wetter beeinträchtigt. Nach der Versorgung am 20.Dezember wandte sich die Admiral Hipper der Geleitzugroute von Westafrika nach England zu, wiederum ohne Erfolg. Doch nach einer neuerlichen Versorgung am 23. Dezember faßte das Funkmeßgerät am Abend des nächsten Tages einen Geleitzug mit Südkurs auf. Es war der Truppentransport -Geleitzug WS 5 A. Nach einem vergeblichen Torpedoangriff in der Nacht, lief die Admiral Hipper mit dem ersten Tageslicht zu einem Artillerieangriff an, doch plötzlich kam ein Kreuzer der County-Klasse in Sicht. Nachdem ein überraschender Feuerüberfall auf den britischen Kreuzer, es war die Berwick, ohne Wirkung blieb, lief die Admiral Hipper ab und beschoß dabei die Berwick, zwei weitere leichte Kreuzer und mehrere Handelsschiffe. Dabei gelangen ihr mehrere Treffer auf dem britischen schweren Kreuzer und zwei Handelsschiffen. Sie selbst wurde nicht getroffen.
Nach diesem Gefecht beschloß der Kommandant der Admiral Hipper, nach dem nordfranzösischen Brest zu laufen, um das Schiff zu überholen und der Besatzung eine Ruhepause zu gönnen. Dabei gelang ihm doch noch ein Erfolg, als am Morgen des 25. Dezembers der Frachter Dumna in Sicht kam und versenkt werden konnte. Am 27. Dezember lief der Kreuzer in Brest ein. In den darauffolgenden vier Wochen wurde das Schiff gründlich überholt und der Besatzung eine Erholungspause gegönnt.

Die zweite Atlantikunternehmung

Nachdem die Probefahrten am 29. Januar 1941 erfolgreich verlaufen waren, startete am 01. Februar der zweite Vorstoß gegen den britischen Geleitzugverkehr im Atlantik. Interessant ist dabei die Tatsache, daß die Admiral Hipper das einzige deutsche schwere Überwaserkampfschiff war, dass mehr als einmal im Atlantik eingesetzt worden war.
Im mittleren Atlantik stehend, wartete der Kreuzer auf seinen Einsatzbefehl und nutzte bis dahin jede Gelegenheit, seine Treibstoffbunker aufzufüllen. Am Abend des 09. Februars nahm die Admiral Hipper Kurs nach Osten, um den Geleitzug HG 35 (Gibraltar - Glasgow) abzufangen, an dem U 37 Fühlung hielt. Der Kontakt des fühlungshaltenden U-Boots ging jedoch verloren und die Admiral Hipper stieß am Nachmittag des 11. Februars nur noch auf die Iceland (1236 BRT), einem Nachzügler des Konvois, der versenkt wurde. In der darauffolgenden Nacht ortete die Funkmeßanlage des Kreuzers einen Geleitzug mit nördlichen Kurs. Es war der ungesicherte Geleitzug SLS 64 (Freetown - England) und die Admiral Hipper wartete bis zum Morgen, bevor der Angriff begann. Um 06.18 Uhr am 12. Februar eröffnete die Admiral Hipper das Feuer auf den sich nun zerstreuenden Geleitzug. Von den 19 Schiffen konnten bis 07.40 Uhr sieben Frachter mit insgesamt 32806 BRT versenkt werden. Drei Frachter wurden beschädigt. (Dem deutschen Marinekommando wurden irrtümlich 13 Frachter mit über 75000 BRT als versenkt gemeldet.)
Nach diesem Erfolg lief die Admiral Hipper zurück nach Brest, wo sie am 14. Februar eintraf.
Am 15. März lief der Kreuzer wieder aus dem nordfranzösischen Hafen aus, um nach einer Brennstoffversorgung südwestlich von Grönland am 23. Februar durch die Dänemarkstraße durchzubrechen. Am 28. Februar lag die Admiral Hipper wieder im heimatlichem Kiel.
Dort schloss sich eine bis Ende Oktober 1941 andauerde Werftliegezeit an. Neben der planmäßigen Grundüberholung wurden unter anderem die Treibstoffbunker vergrößert und die Brücke umgebaut. Anschließend verlegte der Kreuzer nach Gotenhafen und begann mit der Ausbildung der, zum größten Teil, neuen Besatzung. Nach einigen weiteren Werftaufenthalten lief das Schiff am 18. März 1942 in Begleitung von drei Zerstörern und zwei Torpedobooten aus Kiel aus und erreichte drei Tage später ohne Feindberührung Trondheim in Norwegen.

Unternehmen "Rösselsprung"
 

Am 02. Juli 1942 begann das Unternehmen "Rösselsprung", der Vorstoß der deutschen Flotte in das Nordmeer, um einen von der Luftaufklärung gemeldeten Geleitzug anzugreifen. Die Admiral Hipper lief zusammen mit dem Schlachtschiff Tirpitz und weiteren leichten Einheiten von Trondheim nach Norden, um sich im Altafjord mit den Panzerschiffen zu vereinigen. Am Mittag des 05. Juli liefen die Schiffe, verstärkt durch die Admiral Scheer (die Lützow war durch eine Grundberührung beschädigt worden), aus dem Altafjord nach Norden zum Angriff auf PQ 17. Schon am Abend wurde der Kampfverband zurückbefohlen, da er inzwischen mehrmals vom Feind gemeldet worden war und das Risiko eines Zusammentreffens mit starken alliierten Seestreitkräften zu groß geworden war.
Der Geleitzug hatte sich inzwischen auf Befehl der britischen Admiralität aufgelöst und verlor trotzdem noch 27 Frachter durch Angriffe der deutschen Luftwaffe und der am Nordkap lauernden U-Boote. Am 08. Juli verlegte der Verband nach Narvik und am 10. September lief die Admiral Hipper wieder, zusammen mit der Admiral Scheer und dem leichten Kreuzer Köln, nach Norden in den Altafjord.
Am 24.September lief der schwere Kreuzer in Begleitung von vier Zerstörern zu einem Minenunternehmen ins Eismeer im Gebiet der Insel Nowoja Semlja aus. Es war das einzigste Mal, dass schwere Kreuzer der Kriegsmarine zu solchen Aufgaben herangezogen wurden. Ohne Gefechtsberührung kehrte das Schiff vier Tage später zurück.

Das Gefecht in der Barentsee (31.12.1942)

Ende des Jahres 1942 liefen von Großbritannien zwei kleinere Geleitzüge Richtung Murmansk aus. Die britische Admiralität hatte in Konsequenz aus dem Desaster um dem Geleitzug PQ 17 den Geleitzug in zwei Gruppen aufgeteilt. Während die erste Gruppe ungesehen durchkam, wurde die zweite Gruppe, der JW 51B, am Morgen des 30.Dezembers 1942 von U 354 gesichtet und verfolgt. Aufgrund dieser Meldung erging an die Kriegsschiffgruppe im Altafjord am Nordkap der Befehl zur Auslaufbereitschaft. Am späten Nachmittag des selben Tages liefen die Admiral Hipper mit dem Flottenchef Admiral Kummetz an Bord , das Panzerschiff Lützow und sechs Zerstörer aus und bildeten einen Suchstreifen nach Osten, um den Geleitzug von hinten zu fassen. Am frühen Morgen des 31.Dezembers befand sich die Lützow ca. 110 sm nördlich der norwegischen Küste. Die Hipper lief ca. 70 sm weiter nördlich Ostkurs, als kurz nach 07.00 Uhr die ersten Schatten des Geleitzuges gesichtet wurden. Aufgrund des diesigen Wetters, das nur manchmal von Schneeschauern unterbrochen wurde, lag die Sichtweite nur bei wenigen Hektometern. (Die damals auf deutschen Kriegsschiffen gebräuchliche Entfernungseinheit)
Während der schwere Kreuzer mit der Absicht, den Geleitzug auf die Lützow zutreiben zu können, einen Bogen nach Norden machte, erhielten die Zerstörer den Befehl, den Geleitzug zu verfolgen. Die britische Geleitsicherung, unter anderem bestehend aus sechs Zerstörern, entdeckten jedoch die deutschen Zerstörer und griffen sie an, worauf sich die deutsche Zerstörergruppe in Richtung auf die Admiral Hipper zurückzog. Während der Geleitzug weiter nach Osten lief, sammelten sich die vier britischen Zerstörer der O-Klasse hinter den Handelsschiffen. Nur der Zerstörer Achates blieb beim Geleitzug und nebelte ihn ein. Um 09.39 Uhr eröffnete die von Norden heranlaufende Admiral Hipper das Feuer auf dieses Schiff, aber schon nach fünf Salven mußte sie sich der ebenfalls in das Gefecht eingreifenden britischen Zerstörergruppe erwehren. Bis 10.20 Uhr gelang es den Briten, den schweren Geschützen des übermächtigen Kreuzers auszuweichen, aber dann erzielten die Deutschen mit einer Salve vier schwere Treffer auf der Onslow, die dabei schwer beschädigt wurde. Die Zerstörer der Sicherungsgruppe zogen sich daraufhin in den Nebel zurück.
15 Minuten später erschien von Nordosten her der Minensucher Bramble und wurde von dem deutschen Kreuzer schwer zusammengeschossen. Da er von der Hipper irrtümlich als Zerstörer identifiziert worden war, drehte der deutsche Kreuzer, aus Furcht vor einem Torpedoangriff nach Norden ab und befahl den ihr folgenden Zerstörern, die schwer beschädigte Bramble zu versenken (Die Bramble sank um 11.58 Uhr).
Um 10.47 Uhr drehte die Admiral Hipper wieder nach Süden, um den Geleitzug endlich zu fassen, stieß dabei wieder auf den Zerstörer Achates und erzielte innerhalb weniger Minuten schwere Treffer auf dem gegnerischem Schiff. Bevor sie ihn endgültig vernichten konnte, griffen wieder drei Zerstörer der Geleitsicherung ein und zwangen sie zum Rückzug nach Norden. Doch damit lief sie genau den beiden leichten Kreuzern Sheffield und Jamaica der Nahsicherung unter Admiral Burnett entgegen, die sich mit Höchstfahrt von Nordosten her näherten und bisher noch nicht erkannt worden waren. Noch während der Kursänderung lag der schwere Kreuzer plötzlich unter schwerem Feuer. Bevor das Personal der Artillerieleitstellen den neuen Gegner entdecken konnten, traf eine erste 15.2cm-Granate die Admiral Hipper unterhalb der Wasserlinie. Zwei Minuten später mußte sie zwei weitere schwere Treffer einstecken, die schwere Brände im Vorschiff und in der Flugzeughalle zur Folge hatten. Admiral Kummetz, der Führer des gesamten Kampfverbandes befahl nun, gemäß den Weisungen der Marineleitung, den Abbruch des Gefechtes, da er es nun offensichtlich mit einer gleichstarken Kampfgruppe zu tun hatte. Die Admiral Hipper drehte eine vollen Kreis und lief mit westlichem Kurs ab. Die beiden Zerstörer Baitzen und Eckold, die noch mit der Versenkung der Bramble beschäftigt waren, erhielten per Funk Befehl, zu folgen. Dabei lief die Friederich Eckold genau vor den Kreuzer Sheffield. Noch zu Beginn des nun folgenden Beschusses war der Kommandant des deutschen Zerstörers der Meinung, von eigenen Schiffen beschossen zu werden. Als ihn die Richard Baitzen über den neuen Gegner informierte war es zu spät. Das Schiff explodierte und sank mit der gesamten Besatzung.
Das Panzerschiff Lützow, das von Süden her auf den Geleitzug zulief, sichtete um 10.42 Uhr den Geleitzug, konnte aber erst eine Stunde später das Feuer eröffnen, da Freund und Feind nicht zu unterscheiden waren. Es gelang ihr aber nur ein Treffer auf einen Frachter. Um 12.05 Uhr erhielt sie den Befehl zum Abbruch des Angriffs und lief zusammen mit der Admiral Hipper nach Westen. Um ca. 14.00 riß der Kontakt zu den Verfolgern ab. Die Deutschen hatten einen ihrer wenigen Zerstörer verloren. Die Briten verloren einen Zerstörer (die Achates sank um 13.15 Uhr) und einen Minensucher. Ein britischer Zerstörer war schwer beschädigt worden, ebenso wie die Admiral Hipper. Der Geleitzug verlor keinen einzigen Frachter.

Die Zeit bis zum Ende des Krieges

Nachdem alle Schiffe am Vormittag des 01.Januars 1943 wieder im Altafjord lagen, wurde nach und nach, der völlige Mißerfolg bekannt. In seiner ersten erste Reaktion, ordnete Hitler die Außerdienststellung aller schweren Einheiten der Kriegsmarine an. Erst Admiral Dönitz, der Ende Januar Großadmiral Raeder als obersten Befehlshaber der Flotte ablöste, konnte ihn von diesem Entschluss abbringen. Trotzdem war es die letzte Aktion der Kreuzer in nördlichen Gewässern. Die schwer beschädigte Admiral Hipper traf am 07. Februar in Kiel ein und verlegte am 11./12. Februar weiter nach Wilhelmshaven, wo sie am 28. Februar außerdienstgestellt und an die Kriegsmarinewerft übergeben wurde. Aufgrund der alliierten Luftangriffe wurde sie wenig später in die Ostsee geschleppt, vom 17. April 1943 an lag sie in Pillau.
Ein Jahr später wurde der schwere Kreuzer nach Gotenhafen geschleppt und mit der Reparatur begonnen. Es war beabsichtigt, das Schiff ab November 1944 zur Unterstützung der Ostfront einzusetzen. Tatsächlich kamen die Arbeiten nur sehr langsam voran. Am 30. Januar lief die Admiral Hipper zu ihrer letzten Fahrt aus und erreichte drei Tage später Kiel, wo sie ins Dock kam. Durch britischen Luftangriffe am 03. und 09. April, sowie am 03. Mai schwer getroffen, wurde sie durch Sprengladungen von der eigenen Besatzung zerstört.
Nach dem Krieg wurde das Wrack des Kreuzers aus Kiel herausgeschleppt und in der Heikendorfer Bucht von den Engländern abgewrackt.