Die Leichten Kreuzer der “K”-Klasse

Der unter den Restriktionen des Versailler Vertrages entstandene Leichte Kreuzer EMDEN war von vornherein als Schulkreuzer konzipiert. Sein Entwurf basierte auf dem eines kleinen Kreuzers der kaiserlichen Marine, stammte also noch aus der Zeit des 1. Weltkrieges. Obwohl die artilleristische Bestückung der eines Leichten Kreuzers durchaus entsprach hatte man bei der EMDEN keineswegs die Möglichkeiten ausgeschöpft, die der Versailler Vertrag ermöglichte.

Hatte man bei der EMDEN mit 5.400 t Verdrängung noch 600 t unter der erlaubten gelegen, so sollte bei den nächsten Kreuzerneubauten diese voll ausgenutzt werden. Dies ermöglichte eine Steigerung bei Artillerie, Panzerung und beim Antrieb. Um den vergleichbar großen Kreuzern der gegnerischen Seemächte eine gewisse Übermacht entgegenstellen zu können mußten sich die Leichten Kreuzer an grundlegend neuen Entwürfen orientieren.

Leichter Kreuzer KARLSRUHEBei der Hauptartillerie wählte man, wie schon bei EMDEN das Kaliber 15 cm. Die Aufstellung wurde aber, von den bisherigen deutschen Konstruktionen von Einzellafetten abgesehen. Die Hauptartillerie der neuen Kreuzer sollte nunmehr in drei Drillingstürmen aufgestellt werden. Dies ermöglichte bei einer Steigerung der Rohrzahl ein möglichst gleichbleibendes Gewicht der Hauptartillerie. Ein markantes Merkmal der “K”-Kreuzer wurde die eigenwillige Einbauposition der beiden hinteren Drillingstürme. Der in Schiffsrichtung vordere, überhöhte Turm war nach Backbord und der achtere nach Steuerbord von der Schiffsmittelachse versetzt angeordnet. In Verbindung mit der Anordnung der Schiffsaufbauten war es den achteren Türmen möglich, bei voller Roherhöhung, über Schornstein und Vormars hinweg ihre volle Feuerkraft auch in direkte Vorausrichtung zum Tragen zu bringen. Unter guten Voraussetzungen war es den Kreuzern der “K”-Klasse also möglich einen Gegner mit der vollen Gefechtsstärke anzugreifen, diesem aber gleichzeitig eine möglichst schmale Angriffsfläche zu bieten. Auf diese Weise konnte in gewissen Grenzen das klassische Gefechtsbild des “Crossing the T” in seiner Wirkung aufgelöst werden.

Ein weiteres Merkmal war die Ausstattung der Antriebsanlage der Kreuzer. Als klassisches Aufklärungsschiff brauchte der Kreuzer eine möglichst hohe Geschwindigkeit. Gleichzeitig aber benötigten gerade die deutschen Kreuzer, aufgrund der ungünstigen Lage der deutschen Häfen, eine möglichst große Reichweite.

Die Turbine lieferte zwar eine hohe Geschwindigkeit, verbrauchte aber hohe Mengen an Treibstoff.

Leichter Kreuzer KÖLNDer Dieselantrieb war demgegenüber recht sparsam, besaß aber das Manko einer geringeren Geschwindigkeit und eines erhöhten Gewichts.

Die Lösung lag für die deutschen Konstrukteure in einem Mix dieser beiden Antriebsverfahren. Der Hauptantrieb waren zwei Marine-Turbinensätze mit gesamt ca. 68.000 PSw. Diese ermöglichten den Kreuzern Geschwindigkeiten von bis zu 32,5 kn.

Für die Marschfahrt erhielten die Kreuzer je zwei MAN 10zyl. Viertaktdiesel mit gesamt 1.800 PS Leistung. Mit diesen Maschinen waren die Kreuzer in der Lage 10 kn zu laufen. Der Mixed Antrieb verlieh den Kreuzern einen theoretischen Fahrbereich von ca. 18.000 SM.

Im Bereich des reinen Schiffsbaus verwendete man zur Gewichtseinsparung in starkem Maße statt des Nietens das Schweißverfahren. Insgesamt wurden rund 85 % des Schiffes geschweißt.

Leichter Kreuzer KÖNIGSBERGGerade dieses Schweißverfahren führte allerdings auch zu Problemen. Durch die hohe Beanspruchung der Schweißnähte an den Längsverbänden durch Seegang kam es verstärkt zu Rissen und auch Brüchen. Vor allem die Schiffsmitte war sehr stark davon betroffen. So mußte z.B. KARLSRUHE wegen solchen Beschädigungen während einer Auslandsreise im April 1936 in San Diego repariert werden.

Die Panzerdicken entsprachen dem normalen Standart im internationalen Schiffbau für Leichte Kreuzer. Sie fiel allerdings in einigen Bereichen etwas leichter aus, da man durch den Versailler Vertrag in der Verdrängung und somit im Gewicht beschränkt war.

Allgemein waren die Kreuzer der “K”-Klasse gute Seeschiffe mit sehr guten Manövriereigenschaften. Sie reagierten ausgezeichnet auf das Ruderlegen und hatten bei Gegensee nur geringen Fahrtverlust aufzuweisen.

Durch den frühen Verlust von KARLSRUHE und KÖNIGSBERG während der Weserübung konnten die “K”-Kreuzer kaum noch ihre Kampfkraft im Gefecht darstellen. Im wesentlichen wurden die Kreuzer in der Ausbildung eingesetzt und taten hier gute Dienste.