Autor: Mario Golze

Als dritter und letzter schwere Kreuzer der Kriegsmarine wurde am 01.August 1940 die Prinz Eugen unter dem Kommando von Kapitän zur See Hellmuth Brinkmann in Dienst gestellt. Da sich die Kriegsmarine als legitimer Nachfolger der östereichischen K.u.K.-Marine ansah, wurde dem Schiff der Name eines östereichischen Feldherrn aus dem 17. Jahrhundert gegeben. Auch die Traditionsflege wurde der Prinz Eugen aufgetragen.
Von August 1940 bis April 1941 befand sich der Kreuzer zur Ausbildung und Erprobung in der Ostsee. Als das Schiff zu abschließenden Überholung in die Werft nach Kiel einlief erhielt es am 23. April einen Grundminentreffer.

Unternehmen "Rheinübung"

Am 18. Mai lief sie zusammen mit der Bismark zum Unternehmen "Rheinübung" aus Gotenhafen aus.
Nach dem erfolgreichem Gefecht in der Dänemarkstraße, daß mit der Versenkung der Hood endete, wurde der Kreuzer zur weiteren Handelskriegführung in den Atlantik entlassen. Nach einer Treibstoffversorgung am 26. Mai zwangen Schäden an der Antriebsanlage den Kreuzer zum Abbruch des Unternehmens. Am 01. Juni traf die Prinz Eugen in Brest ein und blieb dort bis Februar 1942 untätig liegen. Am 02. Juli wurde das Schiff im Trockendock liegend bei einem Luftangriff schwer getroffen. Ca. 60 Mann der Besatzung fielen. Erst am 15. Dezember waren die Reparaturen abgeschlossen. Am 07. Februar 1942 meldete der Kommandant den Kreuzer einsatzbereit.

Von Frankreich nach Norwegen

Zusammen mit den beiden Schlachtschiffen Scharnhorst und Gneisenau verlegte die Prinz Eugen im Rahmen des Unternehmens "Cerberus" durch den Ärmelkanal in die Heimat. Im Gegensatz zu den beiden großen Kriegsschiffen blieb sie dabei ohne Schäden, hatte allerdings einige Verwundete durch Bordwaffenbeschuss britischer Flugzeuge zu beklagen.
Am 19. Februar lief die Prinz Eugen im Rahmen des Unternehmens "Sportpalast" zusammen mit der Admiral Scheer, vier Zerstörern sowie weiteren leichten Einheiten nach Norwegen. Vier Tage später hatten die Schiffe den Eingang zum Trondheimfjord erreicht, doch hier lief die Prinz Eugen dem britischen U-Boot Trident vor die Torpeorohre. Um 07.05 Uhr traf der zweite abgeschossene Torpedo das Heck des Kreuzers. Das Heck knickte ab, die Ruderanlage fiel aus und das Schiff konnte nur noch mit der Antriebsanlage gesteuert werden. Von der Besatzung waren zwei Mann gefallen und dreizehn verletzt worden. Die an Bord mitfahrenden Heerestruppen hatten fünf Tote und ebenfalls dreizehn Verwundete zu beklagen.
Trotzdem erreichte der Kreuzer, schwer angeschlagen, am selben Abend den Hafen von Trondheim. Hier wurde das Schiff notdürftig repariert und am 16. Mai begann die Rückführung in die Heimat (Operation "Zauberflöte"), wo die Prinz Eugen am 18. Mai unbeschadet eintraf. Unterwegs wurde sie von britischen Flugzeugen massiv angegriffen, doch gelang es der Flak, alle Angriffe abzuwehren und sechs Flugzeuge abzuschießen. Die Reparaturen dauerten bis Oktober 1942, danach lief der Kreuzer unter dem neuen Kommandanten Kapitän zur See Hans-Erich Voß in die Ostsse nach Gotenhafen zur Erprobung und Ausbildung.

Unternehmen "Fronttheater" und "Domino"

Am Nachmittag des 09.Januar 1943 begann die Verlegung des schweren Kreuzers zusammen mit dem Schlachtschiff Scharnhorst nach Norwegen. Nachdem der Verband unter dem Kommando von Admiral Schniewind Gotenhafen verlassen hatte durchfuhr er am 11.Januar den Großen Belt. Kurz nach 13.00 Uhr wurde der Verband zum ersten Mal von einem britischen Aufklärer gemeldet. Daraufhin ließ die britische Admiralität U-Boote, Kreuzer und Zerstörer Richtung Norwegen auslaufen, um den deutschen Verband abzufangen. Dieser Versuch scheiterte jedoch, weil das Unternehmen inzwischen abgebrochen worden war. Die Prinz Eugen kehrte nach Gotenhafen zurück, wo sie am 12.Januar wieder eintraf.
Am 23.Januar startete ein erneuter Versuch. Aber auch dieser Vorstoß wurde von den Briten erfasst, worauf der Verband erneut umkehrte. Es war der letzte Versuch des Kreuzers, Norwegen zu erreichen. Den Rest des Krieges verbrachte er in der Ostsee.
Bis Mitte 1944 wurde die Prinz Eugen als Ausbildungsschiff in der Ostsee verwendet. Dabei wurden unter anderem Gefechtsvorschriften zur Küstenbeschießung entwickelt, um eine bessere Zusammenarbeit mit dem Heer zu erreichen. Vom 15.März 1943 bis zum 05.Januar 1944 wurde das Schiff von Kapitän zur See Werner Erhard geführt. Danach übernahm Kapitän zur See Hans-Jürgen Reinicke das Kommando, um in Anbetracht der schlechten Lage an der Ostfront den Kreuzer auf weitere Kriegseinsätze vorzubereiten.

Einsatz in der Ostsee

Um Druck auf den finnischen Bundesgenossen auszuüben und eventuell die an Land schwer kämpfenden Heerestruppen zu unterstützen, lief der Kreuzer zusammen mit anderen Einheiten der Kriegsmarine am 19.Juni 1944 von Gotenhafen zum Eingang des finnischen Meerbusens. Aufgrund fehlender Einsatzmöglichkeiten wurde die Prinz Eugen am 27.Juni wieder nach Gotenhafen entlassen. Vom 19. bis 21.August führte das Schiff einen Vorstoß in den Rigaischen Meerbusen durch, wo unter anderem die Stadt Tuckum unter Feuer genommen wurde. Vom 14.-18.September stand der Kreuzer abermals in See, als Deckungsgruppe für ein Landungsunternehmen im finnischen Meerbusen. Am 21.September lief der Kreuzer wieder nach Norden, um deutsche Versorgungstanker auf dem Weg von Finnland in die Heimat zu sichern. Dieses Unternehmen endete am 25. September.
Zur Unterstützung der sich zurückziehenden Heerestruppen führte die Prinz Eugen am 11./12. und 14./15.Oktober Küstenbeschießungen bei Memel durch. Auf dem Rückmarsch nach Gotenhafen kam es am Abend des 15.Oktobers zu einer Kollision mit dem leichten Kreuzer Leipzig. Die Reparaturarbeiten am Bug dauerten bis Mitte November. Anschließend wurde die Prinz Eugen zur Unterstützung des Heeres vom 19.bis 21.November vor der Halbinsel Sworbe eingesetzt.
Daran schloss sich eine planmäßige Werftliegezeit bis Anfang 1945 an. Am 29.Januar richtete der schwere Kreuzer erstmals seine Geschütze auf deutsches Gebiet bei Königsberg. Aufgrund des schleppenden Munitionsnachschubes blieb das Schiff bis Ende März im Hafen liegen. Bis zum 04.April unterstützte der Kreuzer die an Land kämpfenden Truppen.

Das Ende der Prinz Eugen

Am 10.April verließ die Prinz Eugen Ostpreußen und lief nach Kopenhagen. Dort trafen am 08.Mai die beiden britischen Kreuzer Devonshire und Dido ein und übernahmen den deutschen Kreuzer. Anschließend wird das Schiff nach Wilhelmshafen überführt.
Als Kriegsbeute den Vereinigten Staaten zugesprochen, verließ die Prinz Eugen Deutschland Anfang 1946 und wurde zunächst in die USA überführt. Später wurde sie auf dem Bikini-Atoll bei Atombombenversuchen als Zielschiff eingesetzt. Ende 1946 kenterte sie und blieb dort bis heute liegen
.