Bis Januar 1940
Ausbildung und Erprobung. Das Schiff hatte Ende 1939 noch einen neuen, ausfallenden Vorsteven und eine Schornsteinkappe erhalten.

17.- 20. Februar 1940
Erster Einsatz in das Skagerrak mit „SCHARNHORST" und „GNEISENAU". Keine besonderen Ereignisse.

6. April 1940
Unternehmen „Weserübung". „ADMIRAL HIPPER" übernahm ein Gebirgsjägerregiment in Cuxhaven-Steubenhöft.

7. April 1940
Bereitstellung bei Helgoland mit „PAUL JACOBI, „BRU­NO HEINEMANN", „THEODOR RIEDEL" und „FRIEDRICH ECKOLDT" als Kriegsschiffgruppe 2. Unter Führung des stellv. Flottenchefs mit „GNEISENAU", „SCHARNHORST" und der Narvik-Gruppe Fahrt nach Norden.

8. April 1940
„ADMIRAL HIPPER" unterstützte die Zerstörer „BERND VON ARNIM" und „HANS LÜDEMANN" im Gefecht mit dem brit. Zerstörer „GLOWWORM", der von „ADMIRAL HIPPER" vernichtet wurde. Kollision mit dem Wrack, das unter anderem die Außenhaut des Kreuzers unterhalb des Seitenpanzers aufriß. Größerer Wassereinbruch. In den Abendstunden wurde die Gruppe 2 nach Drontheim entlassen.

9. April 1940
Die Gruppe erreichte Drontheim um 5.25 Uhr. Die Gebirgsjäger und die Marinestoßtruppabteilung unter K.Kapt. Hornack wurden ausgeschifft.

10. April 1940
„ADMIRAL HIPPER" lief zusammen mit dem Zerstörer „FRIEDRICH ECKOLDT" aus Drontheim aus, jedoch wurde der Zerstörer nach Drontheim zurückbeordert. „HIPPER" schloß sich der „GNEISENAU" und „SCHARNHORST" an und erreichte Wilhelmshaven am 12. April 1940.

April - Juni 1940
Reparatur und Werftliegezeit in Wilhelmshaven.

4. Juni 1940
Mit „GNEISENAU" (Flaggschiff des Flottenchefs, Admiral Marschall), „SCHARNHORST" und 4 Zerstörern Vorstoß in den Seeraum von Harstad (Operation „Juno"). „ADMIRAL HIPPER" und die 4 zugeteilten Zerstörer versenkten den Truppentransporter „ORAMA", den Tankdampfer „OILPIONEER" sowie den Ubootsjäger „JUNIPER" und wurden am 9. 6. 1940 nach Drontheim entlassen.

20. Juni 1940
Wiederum unter Führung des Flottenchefs (Admiral Lütjens) mit „GNEISENAU" aus Drontheim in Richtung Island ausgelaufen, jedoch Rückkehr des Verbandes, da die„GNEISENAU" nordwestlich der Insel Halten einen Torpedotreffer des brit. Ubootes „ELYDE" erhielt. Die Unternehmung diente zur Ablenkung von der nach Kiel zurückehrenden, beschädigten „SCHARNHORST".

25. Juli 1940 - 9. august 1940
Auslaufen zum Handelskrieg zwischen dem Nordkap und Spitzbergen. Rückkehr nach Wilhelmshaven. 1 Dampfer wurde versenkt.

September 1940
Von Deutschland aus beabsichtigte „ADMIRAL HIPPER", nördlich um England durch die Dänemarkstraße in den Atlantik vorzustoßen, um ihren neuen Stützpunkt St. Nazaire zu erreichen. Maschinenschaden zwang das Schiff schon vor der norw. Küste zur Umkehr. (28.9. 1940 erfolgloser Vorstoß der Home Fleet, um den deutschen Kreuzer abzufangen).

30. November 1940
Auslaufen zum Handelskrieg in den Nordatlantik. 6./7. 12. 1940 Durchbruch durch die Dänemarkstraße.

24./25. Dezember 1940
Geleitzug WS 5 A 700 sm westl. Cap Finisterre angetroffen. Gefecht mit dem brit. schweren Kreuzer „BERWICK" und Zerstörern. Der brit. Kreuzer wurde erheblich beschädigt, desgl. 2 Handelsschiffe, von denen eins mit 6078 BRT sank.

27. Dezember 1940
Einlaufen in Brest und bis Ende Januar 1941 Werftüber­holung.

1. Februar 1941
Auslaufen aus Brest zu neuem Kreuzerkrieg im Atlantik.

11. Februar 1941
Einzelfahrer versenkt.

12. Februar 1941
Morgens in 37° 12 ` N, 21° 20' W griff „ADMIRAL HIPPER" den Konvoy SLS. 64 (19 aus Freetown kommende große Handelsschiffe ohne Kriegsschiffgeleit) an und versenkte nach engl. Meldungen 7 Dampfer, nach eigenen Beobachtungen 14 Schiffe. Wegen Brennstoffmangels mußte der Kreuzer die Aktion abbrechen und nach Brest zurücklaufen. Dort eingetroffen 14.2.1941.

März 1941
Rückkehr nach Deutschland. Am 15.3.1941 ab Brest, Ölergänzung südlich Grönland, am 23.3.1941 Dänemarkstraße passiert. Es wurden an diesem Tage brit. Kriegsschiffe ausgemacht, die jedoch die „HIPPER" nicht bemerkten. Am 28.3. 1941 nach nochmaliger Ölergänzung in Bergen in Kiel eingetroffen.

April-Ende 1941
Umbauten und Werftliegezeit.

19. März 1942
Von Brunsbüttel trat „ADMIRAL HIPPER° die Fahrt in die Fjorde bei Drontheim an und ankerte am 21.3. 1942 neben der „TIRPITZ".

Juli 1942
Operation „Rösselsprung„, Angriff auf den Konvoy PQ 17.
2.7.1942 „TIRPITZ" und „ADMIRAL HIPPER" verlegten von Drontheim nach Narvik, gleichzeitig „ADMIRAL SCHEER" von Narvik in den Altafjord. „LÜTZOW", begleitet von 3 Zerstörern, lief beim Versuch der Verlegung in den Westfjord auf Grund und fiel aus.
3.7.1942 „TIRPITZ" und „ADMIRAL HIPPER" verlegten weiter von Narvik zum Altafjord.
5.7.1942 Vorstoß von „TIRPITZ", „HIPPER", „SCHEER", 7 Zerstörern und 2 Torpedobooten (Führung Flottenchef Admiral Schniewind) in das Eismeer. Keine Berührung mit dem Konvoy, jedoch bewirkte die Operation, daß die Geleitsicherung die zu schützenden Handelsschiffe verließ, so daß durch Unterseeboote und Flugzeuge zweidrittel des Konvoys vernichtet werden konnten.

10. September 1942
„HIPPER", „SCHEER", „KÖLN" und Zerstörer verlegten von Narvik zum Altafjord. Erfolgloser Angriff des brit. Ubootes „TIGRIS".

13. September 1942
Das Marinegruppenkommando Nord befahl der vorerwähnten Kampfgruppe einen Angriff auf den Konvoy QP 14. Hitler ließ diesen Befehl widerrufen.

September und November 1942
Ende September und Anfang November 1942 unternahm „ADMIRAL HIPPER" je eine Minenunternehmung mit Zerstörern in die Barents-See. 1 russ. Tanker wurde vernichtet.

30. Dezember 1942
Unter Führung von V.Adm. Kummetz liefen „ADMIRAL HIPPER" (Flaggschiff), „LÜTZOW' und 6 Zerstörer vom Altafjord zum Angriff auf den Konvoy JW 51 B aus (die „LÜTZOW"' sollte nach dem Angriff zum Handelskrieg in den Atlantik durchbrechen). Der Angriffsplan auf den Konvoy sah einen Zangenangriff vor, wobei „ADMIRAL HIPPER" mit 3 Zerstörern von NW, „LÜTZOW" gleichfalls mit 3 Zerstörern von Süden den nach Osten steuern­den Konvoy angreifen sollten. Es blieb dem Kampfgruppenführer unbekannt, daß sich nördlich von „HIPPER" noch die brit. Kreuzer „SHEFFIELD" und „JAMAICA" befanden.

31. Dezember 1942
„ADMIRAL HIPPER" griff in 73 °N, 29 °O den Konvoy an. Widerstand der brit. Begleitzerstörer und sonstiger Geleitfahrzeuge. „ADMIRAL HIPPER" versenkte den Minensucher „BRAMBLE" und beschädigte den Zerstörer „ACHATES". Die Kreuzer „SHEFFIELD" und "JAMAICA" griffen die Hipper-Gruppe an und versenkten den Zerstörer „FRIEDRICH ECKOLDT". Während des Kampfes der Hipper-Gruppe war die „LÜTZOW" mit ihren 3 Zerstörern von Süden an den Konvoy herangekommen, beschädigte aber nur einen Frachter. Kurz vor Mittag brach V.Adm. Kummetz das Gefecht ab. „ADMIRAL HIPPER" hatte einen Treffer erhalten, der die Bordwand durchschlagen hatte, so daß der Kesselraum 3 leck wurde und die Geschwindigkeit des Kreuzers auf zeitweise 5 Knoten sank. Außer „FRIEDRICH ECKOLDT" sank nach dem Gefecht auch der beschädigte brit. Zerstörer „ACHATES". Der Plan, „LÜTZOW" in den Atlantik durchbrechen zu lassen, wurde fallen gelassen.

Februar -  März 1943
„ADMIRAL HIPPER" und „KÖLN" verlegten von Norwegen in die Ostsee.

1. April 1943
Außer Dienst gestellt und in Pillau aufgelegt.

März 1944
„ADMIRAL HIPPER" wieder in Dienst gestellt.

Herbst 1944
Bedingt gefechtsbereit und als Ausbildungsschiff verwandt. Kesselraum 3 nach wie vor betriebsunklar.

30. Januar 1945
„ADMIRAL HIPPER" lief mit 1530 Flüchtlingen an Bord aus Gotenhafen zur Reparatur des Kesselraumes 3 nach Kiel aus. Das vor dem Kreuzer ausgelaufene KdF-Schiff „WILHELM GUSTLOFF" wurde von russ. Unterseebooten torpediert und sank. „ADMIRAL HIPPER" konnte wegen der Ubootsgefahr nicht helfend eingreifen. Der Kommandant entsandte aber das dem schweren Kreuzer als Ubootssicherung zugeteilte Torpedoboot „T 36" an die Unfallstelle. „ADMIRAL HIPPER" setzte ohne Sicherung den Marsch nach Westen fort. Kiel wurde dann ohne Zwischenfall erreicht.

3. April 1945
Bombentreffer.

3. Mai 1945
„ADMIRAL HIPPER" wurde im Dock der Deutschen Werke selbst gesprengt. Später von den Engländern in der Heikendorfer Bucht abgesetzt. 1948/49 abgebrochen.

 

 

Diese Chronik basiert auf dem Werk “Kriegsmarine 1939 - 1945 von W.Lohmann und H.H. Hildebrand