Das Schiff wurde als Panzerschiff "DEUTSCHLAND" in Dienst gestellt. Im Februar 1940 erfolgte die Umbenennung in "LÜTZOW".
Im gleichen Jahre wurde die Bezeichnung Panzerschiff in schwerer Kreuzer geändert.

August 1939
Von Wilhelmshaven aus lief  Ende August 1939 die "DEUTSCHLAND" in den Nordatlantik. Dort auf Wartestellung bis Oktober 1939. Anschließend Handelskrieg;drei Schiffe wurden versenkt.

15. Dezember 1939
Rückkehr nach Wilhelmshaven.

7. April 1940
Unternehmung "Weserübung". Durch den Kaiser-Wilhelm Kanal kommend, trat die "LÜTZOW" in Kiel zur Kriegsschiffgruppe 5.

B. April 1940
Marsch durch den Großen Belt.

9. April 1940
Erreichen des Oslofjords. In der Droebak-Enge wurde die "BLÜCHER" vernichtet. Die "LÜTZOW", die auch in den Kampf um die Enge eingegriffen hatte, erhielt drei Treffer, die vorübergehend die Gefechtsbereitschaft einschränkten. Nach Ausfall der "BLÜCHER" führte der Kommandant der "LÜTZOW" die Gruppe 5.

10. April 1940
Einlaufen in Oslo. Noch am gleichen Tage nachmittags ging die "LÜTZOW" von Oslo zurück nach Horten, um die Schäden der Artillerietreffer beheben zu lassen, wurde aber nach Kiel zurückbeordert und lief ohne Geleitschutz aus.

11. April 1940
Torpedotreffer des brit. Unterseebootes "SPEARFISH". Die "LÜTZOW" verlor beide Schrauben und das Ruder. Manövrierunfähig. Das Schiff wurde von der herbeigerufenen 17. Ujagdflottille und 19. Minensuchflottille abgeschleppt und erreichte am 13. April 1940 Kiel. Werftreparatur. Anfang 1941 wieder einsatzbereit.

Juni 1941
Am 12. Juni 1941 lief die "LÜTZOW" zum Torpedoschießen im Drontheimfjord aus Kiel aus. Anschließend war der Durchbruch in den Atlantik geplant mit der Aufgabe, Handelskrieg zu führen. Ein einzelnes brit. Torpedoflugzeug - von den sichernden deutschen Zerstörern wegen seines vorschriftsmäßigen Verhaltens für ein eigenes Flugzeug gehalten - erzielte am 13. 6. 1941 auf der Höhe von Egersund auf "LÜTZOW" einen Treffer, der zum Abbruch der Unternehmung führte. "LÜTZOW" ging in die Werft.

Mai 1942
Nach Norwegen verlegt; zunächst Lofjord (Drontheimfjord), Anfang Juni 1942 Bogenbucht (Narvik).

Juli 1942
Bei einem Einsatz auf einen englischen Geleitzug mit der "TIRPITZ" und weiteren Flottenstreitkräften hatte die "LÜTZOW" Grundberührung im Sandtorgstraumen bei Storboenfeuer (Tjeldsund) mit Wassereinbruch. Von der Bogenbucht in den Lofjord verlegt.

August 1942
Nach Kiel zur Reparatur.

Dezember 1942
Nach der Werftliegezeit Ausbildung in der Ostsee und im Dezember 1942 nach Nordnorwegen in die Bogenbucht, dann in den Kaafjord (Altafjord) verlegt.

30. Dezember 1942
Mit „ADMIRAL HIPPER" und 6 Zerstörern ostwärts der Bäreninseln Angriff auf brit. Geleitzug. Der Verband wurde in ein Gefecht mit der Geleitsicherung, den brit. Kreuzern „JAMAICA", „SHEFFIELD" und dem brit. Zerstörer „ACHATES" verwickelt. Die „ACHATES" wurde beschädigt, desgleichen „ADMIRAL HIPPER" Zerstörer „FRIEDRICH ECKOLDT" vernichtet. „LÜTZOW" keine Schäden. Der B.d.K. brach das Gefecht ab.

September 1943
Bis September 1943 keine größeren Aufgaben. Am 25. September 1943 in die Heimat verlegt. 1. Oktober 1943 an Gotenhafen, von dort nach Libau verlegt zur Überholung an der Werft.

Februar 1944
Ab Februar 1944 Kadettenausbildung.

September 1944
Vorstoß im Flottenverband mit dem Ziel Aalandsinseln. Abholen von mit deutschen Truppen belegten Transportdampfern.

Oktober 1944
Mit „PRINZ EUGEN", Zerstörern und TorpedobootenEinsatz zur Unterstützung des Heeres, Küstenbeschießungen bei Memel und Sworbe.

November 1944
In den Gewässern vor der Halbinsel Sworbe.

Dezember 1944 bis März 1945
Auch weiterhin Einsatz zur Unterstützung des Heeres bei Memel, Elbing und Danzig; zeitweilig Flaggschiff der Kampfgruppe Thiele.

April 1945
Rückmarsch Hela - Swinemünde.

16. April 1945
In der Mellineinfahrt bei Swinemünde vor Anker. Britischer Bombenangriff. Mehrere Treffer. Das Schiff sank, blieb aber auf ebenem Kiel auf Grund liegen. Achterer 28-cm­ Turm und Flak, beschränkt auch Mittelartillerie, einsatzbereit.

28. April 1945
Als die einzige noch klare Leckpumpe und damit das letzte E-Werk ausfiel, wurde auf Befehl des Befehlshabers der Festung Swinemünde die 28-cm-Munition auf die russische Dievenow-Stellung verschossen.

4. Mai 1945
Schweres Feuer an Bord. Nur noch wenige Geschütze waren einsatzbereit. Das Schiff wurde gesprengt.

 

 

Diese Chronik basiert auf dem Werk “Kriegsmarine 1939 - 1945 von W.Lohmann und H.H. Hildebrand