1939
Von August bis Ende 1939 stand ein Verkauf der drei noch nicht fertigen schweren Kreuzer ,PRINZ EUGEN", „SEYDLITZ" und „LÜTZOW" an die Sowjetunion zur Debatte, jedoch fiel am 8. 12. 1939 die Entscheidung, daß nur die „LÜTZOW" nach Rußland verkauft werden sollte.

Juli 1940
Noch nicht in Dienst gestellt, erhielt „PRINZ EUGEN" bei brit, Luftangriffen am 1. und 2.7. 1940 je einen Bombentreffer bei der Germania-Werft.

August 1940 - April 1941
Ausbildung und Übungen aller Art.

23. April 1941
Grundminentreffer im Fehmarn-Belt.

18. Mai 1941
Von Gotenhafen ausgelaufen, um zusammen mit der „BISMARCK" in den Atlantik durchzubrechen.

21. Mai 1941
Beide Schiffe ankerten südlich von Bergen im Korsfjord und ergänzten Öl. Hierbei wurden sie von der brit. Luftaufklärung entdeckt. Noch am Abend des gleichen Tages liefen beide Schiffe wieder aus.

23. Mai 1941
Um 08.22 Uhr (MEZ) sichtete der brit. schwere Kreuzer „SUFFOLK" die deutschen Schiffe nordwestlich von Island im nördlichen Teil der Dänemarkstraße. Rund eine Stunde später stieß die „NORFOLK" zur „SUFFOLK". Beide britischen Schiffe hielten mit dem deutschen Verband Fühlung. Kurzer erfolgloser Schußwechsel zwischen „BISMARCK" und „NORFOLK". In der Nacht verloren die brit. Kreuzer für 2 l/2 Stunden die Fühlung. „PRINZ EUGEN" setzte sich vor die „BISMARCK".

24. Mai 1941
Um 03.47 Uhr (MEZ) hatte „SUFFOLK” wieder Radarkontakt mit den deutschen Schiffen.
06.53 - 07.13 Uhr (MEZ). Gefecht mit dem brit. Schlachtkreuzer „HOOD" und dem brit. Schlachtschiff „PRINCE OF WALES" unter Viceadmiral Holland. Um 07.00 Uhr explodierte und sank die „HOOD" auf 63° 20' N, 31' 50' W.
Beide deutschen Schiffe hatten bei Beginn des Gefechts das Feuer auf „HOOD" eröffnet. Soweit feststellbar, erzielte „PRINZ EUGEN" den ersten Treffer des Gefechts, weitere 5 - 6 Treffer gingen auf Konto der „BISMARCK". Nach Vernichtung der „HOOD" konzentrierte sich das Feuer der deutschen Schiffe auf „PRINCE OF WALES", die 4 Treffer der „BISMARCK" und 3 Treffer des „PRINZ EUGEN" erhielt. „PRINCE OF WALES" brach das Gefecht ab, hielt jedoch, wie auch „NORFOLK" und „SUFFOLK", Fühlung mit dem deutschen Verband.
Zwischen 19.00 und 20.00 Uhr verminderte „BISMARCK" die Fahrt, kurzer Schußwechsel mit den Verfolgern. Auf beiden Seiten keine Treffer. Es gelang durch dieses Manöver, die Auflösung des deutschen Verbandes zu verschleiern. „PRINZ EUGEN" wurde vom Flottenchef zum Handelskrieg im Mittelatlantik entlassen.

26. Mai 1941
„PRINZ EUGEN" ergänzte Öl aus dem Troßschiff „SPICHERN" (ehem. norw. Prise „KROSSFONN").

26. - 29. Mai 1941
Es wurden keine Handelsschiffe gesichtet.

29. Mai 1941
Maschinenschäden zwangen den Kreuzer, Brest anzulaufen. Dort eingetroffen 1. 6. 1941.

Juli 1941
In der Nacht vom 1. zum 2. 7. 1941 Bombentreffer im Dock in Brest.

12. Januar 1942
Hitler befahl die Verlegung der Großkampfschiffe „GNEISENAU", „SCHARNHORST" und „PRINZ EUGEN" von Brest durch den Kanal nach Norwegen zur Abwehr einer dort (irrtümlich) befürchteten Invasion. (Großadmiral Raeder hatte vorgeschlagen, die Schlachtschiffe durch die Dänemarkstraße, „PRINZ EUGEN" durch den Kanal fahren zu lassen.)

11. Februar 1942
Auslaufen des Verbandes aus Brest war für 20.30 Uhr(MEZ) geplant. Durch Luftangriff Verzögerung bis 23.45 Uhr.

12. Februar 1942
Um 11.20 (MEZ) wurde der deutsche Verband durch die feindliche Luftaufklärung ausgemacht. Die Schiffe standen zu dieser Zeit schon in Höhe der Somme-Mündung.
13.19 Uhr Passieren der Straße von Dover. Auch jetzt noch keine feindlichen Angriffe oder Störversuche.
13.25 Uhr erfolgloser Angriff von vier aus Dover kommenden brit. Schnellbooten.
13.45 Uhr erfolgloser Angriff von 6 brit. Torpedoflugzeugen, die alle abgeschossen wurden.
Zwischen 16.40 und 19.00 Uhr verschiedene weitere Angriffe von Torpedoflugzeugen und Bombern. Sämtlichen Angriffen war kein Erfolg beschieden.
15.31 Uhr. Vor der Scheldemündung erster Minentreffer auf dem Schlachtschiff „SCHARNHORST". „GNEISENAU" und „PRINZ EUGEN" liefen weiter.
16.43 Uhr. Aus Harwich kommend griffen die brit. Zerstörer „CAMPBELL", „VIVACIOUS", „MACKAY", „WHITSHED" und „WORCESTER" in Höhe von Rotterdam den deutschen Verband an. „PRINZ EUGEN" wehrte „MACKAY" und „WHITSHED" ab. Die deutschen Schiffe konnten alle Torpedos ausmanövrieren. „WORCESTER" wurde beschädigt (wahrscheinlich durch „GNEISENAU"), erreichte aber mit eigener Kraft den Heimathafen.
20.55 Uhr. Minentreffer auf „GNEISENAU" vor Terschelling.

13. Februar 1942
„GNEISENAU" und „PRINZ EUGEN" erreichten um 08.00 Uhr die Elbemündung. Da die beiden Schlachtschiffe beschädigt waren, setzte der Verbandschef, V.Adm. Ciliax, seine Flagge auf „PRINZ EUGEN". Zum Verband trat der schwere Kreuzer „ADMIRAL SCHEER".

21. Februar 1942
Verschiedene Täuschungsmanöverdes Verbandes in der Nordsee zur Irreführung des Gegners. Flugzeuge sichteten um 12.10 Uhr „PRINZ EUGEN", „ADMIRAL SCHEER" und 3 Zerstörer vor der holländischen Küste auf Nordkurs. Fühlung ging verloren. Erst am 22.2.1942 nachmittags konnte die feindliche Aufklärung die Schiffe im Grimstadfjord wieder ausmachen.

23. Februar 1942
Vor dem Drontheimfiord torpedierte das brit. Unterseeboot „TRIDENT" um 07.00 Uhr den „PRINZ EUGEN" und beschädigte das Schiff schwer. V.Adm. Ciliax stieg auf die „TIRPITZ" über.

Februar/März 1942
Ein Teil des Achterschiffes mußte abgeschweißt werden. Notreparatur.

16. - 18. Mai 1942
Uberführung nach Kiel (das Schiff fuhr mit eigener Kraft). In der Höhe von Lister griffen brit. Torpedoflugzeuge und Bomber im geschlossenen Verband an. Ein Treffer wurde nicht erzielt.

Oktober 1942
.PRINZ EUGEN" wieder einsatzbereit, blieb zunächst in Heimatgewässern.

Januar 1943
Zusammen mit der „SCHARNHORST" zweimaliger Versuch, durch Kattegat und Skagerrak nach Nordnorwegen zu laufen. In beiden Fällen Sichtung durch feindliche Flugzeuge und Abbruch der Unternehmung.

Mai 1943
,.PRINZ EUGEN" trat zum Ausbildungsverband der Flotte. Das Schiff gehörte bis Kriegsende zu diesem Verband bzw. zur daraus hervorgegangenen Kampfgruppe, und zwar vornehmlich als Flaggschiff.

Herbst 1943
Sonderaufgaben (Weiterentwicklung von Waffen und Gerät).

Juni 1944
Aus den schweren Kreuzern „PRINZ EUGEN" und „LÜTZOW" und der 6. Zerstörerflottille wurde die 2. Kampfgruppe aufgestellt, die nach der Auflösung der 1. Kampfgruppe in Nordnorwegen die Bezeichnung „Kampfgruppe Thiele" führte. Der Kreuzer wurde in der östlichen Ostsee nordwestlich von Utö eingesetzt.

19.-20. August 1944
Vorstoß in den Rigaischen Meerbusen und Beschießung von Tukkum.

15. September 1944
Die Kampfgruppe stand in diesen Tagen in voller Stärke in der Aalandsee und erzwang durch ihre Anwesenheit die kampflose Durchfahrt von 6 aus dem Bottnischen Meerbusen kommenden deutschen Frachtern mit schweren Geräten der deutschen Lapplandarmee an Bord. Die Kampfgruppe wurde von schwedischen Zerstörern und Flugzeugen beschattet. (Der Einsatz der Kampfgruppe war erforderlich, da in den Vortagen zwei deutsche Frachter beschossen worden waren. Finnland hatte in diesen Tagen kapituliert).

Oktober 1944
Einsatz zur Unterstützung der zurückgehenden Heeresverbände, u. a. 11. und 12. Oktober und 14. und 15. Oktober bei Memel.

15. Oktober 1944
„PRINZ EUGEN" rammte nördlich von Hela den leichten Kreuzer „LEIPZIG". 14 Stunden waren die Schiffe ineinander verkeilt.

November 1944-
Weiterhin Einsatz zur Unterstützung des Heeres, u. a. 20. April 1945 und 21. 11. Halbinsel Sworbe, 29. bis 31. 1. im Samland, März/April 1945 in der Danziger Bucht.

8 April 1945
Zusammen mit ,,LÜTZOW" lief „PRINZ EUGEN" nach Swinemünde. Die „LÜTZOW" blieb dort, „PRINZ. EUGEN" lief weiter nach Kopenhagen.

9. Mai 1945
unter britischen Befehl gestellt.

22. Mai 1945
Zusammen mit „NÜRNBERG" und in Begleitung der brit. Kreuzer „DEVONSHIRE" und „DIDO" nach Wilhelmshaven verlegt.

13. Dezember 1945
„PRINZ EUGEN" den USA zugesprochen und nach Wesermünde überführt.

13. Januar 1946
Nach USA ausgelaufen, 22.1. 1946 an Boston.

Sommer 1946
Bei Atomversuchen (Bikini-Lagune) leicht beschädigt, aber schwimmfähig, danach bei dem Kwajalein-Atoll verankert, verrottet und gesunken.

 

 

Diese Chronik basiert auf dem Werk “Kriegsmarine 1939 - 1945 von W.Lohmann und H.H. Hildebrand