Am 22. und 23. Dezember 1941 erfolgten zwei britische Operationen gegen die Lofoten und den Vaagsfjord (Operation "Anklet" und Operation "Archery").
Diese Operationen schürten Hitlers Furcht in Bezug auf eine Landung durch britische Truppen in Norwegen.
Großadmiral Raeder schlug ihm daraufhin vor, das mittlerweile kampfbereite Schlachtschiff Tirpitz nach Norwegen zu verlegen.
Einerseits könne das Schlachtschiff auf dieser Position eine Landung abwehren, andererseits ergäbe sich ein günstigerer Ausgangspunkt um gegen die Geleitzüge vor zu gehen, die durch das Nordmeer nach Russland fuhren. Hitler, der stets um den Verlust der prestigeträchtigen Schlachtschiffe fürchtete, stimmte dem Plan letztendlich zu. Allerdings stellte er die sonderbare Bedingung, das die SKL "ein unbeschädigtes Eintreffen garantieren müsse".

Die Operationsbefehle ergingen am 12.Januar 1942, zu einem Zeitpunkt als die Tirpitz bereits von Gotenhafen aus auf dem Weg nach Westen war. Sie stoppte ihre Fahrt und wartete auf den endgültigen Marschbefehl nach Norwegen. Bedingung hierfür war günstiges Wetter.
Am 14. Januar1942 dann startete das Unternehmen "Polarnacht".

Tirpitz in NorwegenIn der Ostsee wurde die Tirpitz zunächst von den beiden Zerstörern Richard Beitzen und Z29 gesichert. In der deutschen Bucht stießen dann die Zerstörer Paul Jacobi und Bruno Heinemann zu dem Verband.
Der britischen Aufklärung gelang es weder jetzt, noch während des gesamten Restes des Unternehmens, die deutschen Schiffe zu erfassen. So lief die Tirpitz mit ihren Zerstörern am 17. Januar in den Trondheimfjord ein und ankerte danach in einem Seitenarm, dem Faettenfjord.

Vor der Verlegung hatte die SKL dem Vorschlag der Gruppe Nord zugestimmt, direkt im Anschluss an die Verlegung operativ gegen die PQ-Geleitzüge vorzugehen. Allerdings müssten dafür einige Rahmenbedingungen erfüllt sein, zu denen auch eine wirksame Zerstörersicherung gehörte.
Diese Überlegungen wurden schnell Makulatur, denn bereits am 18. Januar mussten die vier Zerstörer die die Tirpitz begleitet hatten, im Rahmen der Vorbereitungen auf das Unternehmen Cerberus, den Heimmarsch nach Deutschland antreten. Zu allem Überfluss wurde die britische Admiralität auch von dem Eintreffen der Tirpitz in Norwegen informiert. Ein Funkspruch, der durch "Ultra" entziffert werden konnte, lieferte diese nötige Information.
Der Liegeplatz der Tirpitz konnte am 23. Januar durch Luftbildaufklärung der RAF
festgestellt werden. Von nun an bestand immer die Gefahr von britischen Luftangriffen auf das Schlachtschiff. Gleichzeitig war es, seiner Sicherungskräfte beraubt, zu relativer Untätigkeit verdammt.

Die Verlegung war geglückt, aber ein aktives Eingreifen in den Seekrieg blieb der Tirpitz vorerst verwehrt. Gleichzeitig hatte die Gefährdung des Schiffes durch Luftangriffe zugenommen.

Genau wie ihr Schwesterschiff, die Bismarck, sollte die Tirpitz nicht wieder nach Deutschland zurückkehren.