Nach der erfolgreichen Atlantikoperation (Berlin) der Schlachtschiffe GNEISENAU und SCHARNHORST, war es für die  Seekriegsleitung klar, daß schnellstmöglichst eine Wiederholung erfolgen müsse. Ein Durchbruch eines weiteren Schlachtschiffverbandes und sein Einsatz gegen die britischen Nachschubwege würden bei den Briten sicherlich Eindruck  hinterlassen. Sollte eine mögliche Aufstockung des bereits in Brest liegenden Kontingentes im Anschluß daran gelingen, wäre die bindende Wirkung der Schiffe gegen die britische Zum Verwechseln ähnlichHomefleet von unschätzbarem Wert und man hätte die kampfstarken Schiffe in einer Position, die ihnen den beschwerlichen Durchbruch in den Atlantik ersparen würde.
Für den Einsatz standen das neue Schlachtschiff BISMARCK und der ebenfalls neue Schwere Kreuzer PRINZ EUGEN zur  Verfügung. Zeitweilig wurde auch über die Hinzuziehung der TIRPITZ, einem Schwesterschiff der BISMARCK nachgedacht. Dies hätte einen sehr  homogenen und außerordentlich kampfstarken Verband bedeutet. Es wurde jedoch auf diese Lösung verzichtet, da sich die TIRPITZ noch in der Ausbildungsphase befand und ein Abwarten bedeuten würde, daß man die  günstigen Schlechtwetterbedingungen im Nordmeer verpassen würde.
So verließen die BISMARCK und die PRINZ EUGEN unter der Führung des Flottenchefs Admiral Günter Lütjens am 18.05.1941 Gotenhafen mit Ziel Norwegen.
Auf dem Marsch nach Norwegen wurde die Kampfgruppe am 20.05. im Kattegat gesichtet und diese Sichtung an die britische Admiralität durchgegeben. Es bestand nach dieser Sichtung Unklarheit bei den Briten  über die Zusammensetzung des Verbandes. Gemeldet wurden zwei große Kriegsschiffe mit Zerstörerbegleitung.
Eine Änderung dieser Situation trat ein, nachdem durch einen Aufklärer der  RAF am 21.05 morgens ein Foto geschossen wurde auf dem die BISMARCK im Grimstadfjord bei Bergen zu erkennen war. Ab diesem Zeitpunkt war Gewissheit über den Gegner aber noch nicht über dessen Ziel gegeben. Als erste Maßnahme BISMARCK zu Beginn der Operation Rheinübungliefen gegen Mitternacht der Schlachtkreuzer HOOD zusammen mit dem nagelneuen Schlachtschiff PRINCE OF WALES in Richtung Dänemarkstraße  aus. Der schwere Kreuzer NORFOLK wurde als Ablösung des schweren Kreuzers SUFFOLK in die Dänemarkstraße beordert.Den Kreuzern MANCHESTER und BIRMINGHAM wurde die Aufgabe der Überwachung  des Island-Färöer-Durchganges zugeteilt. Der für Geleitzugaufgaben vorgesehene Schlachkreuzer REPULSE und der Flugzeugträger VICTORIOUS wurden der Home Fleet zugeteilt.
Am Abend des 22.05 meldete die britische Aufklärung die Liegeplätze im Grimstadfjord leer.
Als Reaktion ging die Home Fleet mit dem Schlachtschiff KING GEORGE V, dem Schlachtkreuzer REPULSE und dem Flugzeugträger VICTORIOUS  in See. Am Morgen des 23.05. folgte das Schlachtschiff RODNEY. Somit waren von der Admiralität bereits drei Schlachtschiffe, zwei Schlachtkreuzer, ein Flugzeugträger und vier Kreuzer aufgeboten um ein Durchbrechen des  deutschen Schlachtschiffes in den Atlantik zu verhindern. Die SUFFOLK stand nach einer Brennstoffaufnahme mittlerweile wieder in der Dänemarkstraße auf die die BISMARCK und die PRINZ EUGEN zuliefen.
PRINZ EUGEN zu Beginn der Operation RheinübungIn den Abendstunden des 23.05. entdeckten die SUFFOLK und die NORFOLK die deutschen Schiffe. BISMARCK eröffnete das Feuer auf die britischen Kreuzer, die  daraufhin abdrehten und mittels des Radars auf der SUFFOLK die Fühlung hielten.Als Reaktion auf die Sichtung befahl der Commander-in-Chief der Home Fleet Admiral Tovey der HOOD und der PRINCE OF WALES unter  dem Kommando von Vice-Admiral Holland auf Abfangkurs zur BISMARCK zu gehen.
Kurz vor 6 Uhr morgens am 24.05. wurden die deutschen Schiffe gesichtet. Vice-Admiral Holland ließ um 5.53 Uhr das Feuer auf das vorrausfahrende  Schiff eröffnen, da angenommen wurde, daß es sich dabei um die BISMARCK handelt. Es war jedoch die PRINZ EUGEN auf die geschossen wurde und dessen Silhouette der der BISMARCK sehr ähnlich sah. Auf  PRINCE OF WALES erkannte man diesen Fehler und schoß auf die BISMARCK, während von deutscher Seite aus das Feuer auf die HOOD konzentriert wurde
Britische Luftaufklärung endeckt die BISMARCKSehr schnell war die HOOD von deckend liegenden Salven eingeschlossen und geriet in Brand. Um 6.01 Uhr riß eine Explosion die HOOD auseinander und ließ sie sinken. Sofort wechselte das  Feuer der Deutschen auf die PRINCE OF WALES. Sie erhielt einen Brückentreffer den nur der Kommandant unverletzt überstand. Dieser Treffer und Probleme mit den Geschützen ließen die PRINCE OF WALES den Kampf abbrechen und hinter  einem Rauchschleier ablaufen.
Aber auch die BISMARCK hatte drei Treffer erhalten, wobei einer einen der Ölbunker getroffen wurde, was einen Verlust an Treiböl zur Folge hatte. Lütjens ließ aufgrund dieses Treffers die  Geschwindigkeit verringern. In einem Funkspruch bekundete er seine Absicht den französischen Hafen St. Nazaire anlaufen zu wollen.
Die Briten halten über die SUFFOLK Fühlung und beordern die zum  Konvoigeleit vorgesehene Force H aus Gibraltar zur Jagd auf die BISMARCK. Diese Gruppe besteht aus dem Flugzeugträger ARK ROYAL, dem Schlachtkreuzer RENOWN und dem Kreuzer SHEFFIELD. Ebenso  wurde die VICTORIOUS detachiert um einen Luftangriff auf das deutsche Schlachtschiff zu führen.
Gegen 18 Uhr drehte die BISMARCK plötzlich auf ihre Fühlungshalter zu  und eröffnete das Feuer. Während des kurzen Gefechtes konnte die PRINZ EUGEN  sich von den britischen Schiffen absetzen, die somit nur noch Fühlung zur BISMARCK hatten. Noch in derselben Nacht wagten  Torpedoflieger der VICTORIOUS einen Das Gefecht in der Dänemarck-StraßeAngriff. Es konnte sogar ein Treffer erzielt werden, der jedoch die Einsatzbereitschaft  des Schlachtschiffes nicht beeinträchtigte. Die Fühlung brach am 25.05. gegen 4 Uhr ab. Von nun an wußte die britische Flotte nicht mehr wo die BISMARCK stand. Dies wurde allerdings von der deutschen Führung nicht  erkannt und somit auch nicht zum Absetzen genutzt.
Erst 30 Stunden nach Verlust der Fühlung wurde die BISMARCK durch ein Catalina Flugboot wiederendeckt und ihre Position gemeldet. Admiral Tovey  mußte feststellen, daß es für ihn keine Möglichkeit gab die BISMARCK noch zu stellen, wenn nicht ihre Geschwindigkeit gesenkt oder sich ihr Kurs ändern würde. Das einzige Großkampfschiff in Reichweite der BISMARCK  war die RENOWN, die jedoch alleine zu schwach für einen erfolgreichen Kampf war. Einzige Chance waren die Torpedoflugzeuge der ARK ROYAL. Der erste Angriff endete fast in der Katasrophe, da die Flugzeuge  fälschlicherweise die SHEFFIELD angriffen und diese den anlaufenden Torpedos nur mit Mühe ausweichen konnte. Der zweite Angriff fand dann das richtige Ziel. Das Ende des Schlachtschiffs BISMARCKZwei Torpedos trafen gegen 20 Uhr am 26.05. die BISMARCK von denen einer die Ruderanlage beschädigte und das Schiff quasi manövrierunfähig machte. Nur mit den Schrauben steuernd lief das deutsche  Schlachtschiff in nordwestliche Richtung und damit der KING GEORGE V, zu der sich in der Zwischenzeit die RODNEY gesellt hatte, vor die Rohre.
Am 27.05. um 9 Uhr morgens stellten die beiden britischen Schlachtschiffe  die BISMARCK, die in dem folgenden Kampf keine Chance mehr hatte. KING GEORGE V und RODNEY erzielten Treffer um Treffer auf der BISMARCK bevor sie aus Treibstoffgründen das Gefecht abzubrechen.  Tovey gab dem Schweren Kreuzer DORSETSHIRE den Befehl der BISMARCK den Fangschuß zu geben. Um 10.36 sank das stärkste Schlachtschiff der deutschen Kriegsmarine.
Am 01.06. lief die PRINZ EUGEN in Brest ein und stieß zu den bereits dort liegenden Schlachtschiffen GNEISENAU und SCHARNHORST. Die Operation Rheinübung hatte ihr Ende gefunden. Es konnten insgesamt 115  Überlebende der BISMARCK geborgen werden.

 

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