Um die Kriegsmarine zu einer schlagkräftigen Streitkraft zu formen, wurde Ende 1938 ein Planungsausschuß gegründet, welcher Richtlinien für die neue Flottenbaumaßnahmen ausarbeiten sollte. Als Ziel der Planung  wurden die Jahre 1939 bis 1945 angesehen. Alle angedachten und immer wieder veränderten Pläne gipfelten schließlich in dem, von Hitler abgesegneten, Z-Plan. Er sah eine massive Aufrüstung bei Über- und Unterwassereinheiten vor und  zeigte Züge einer Wandlung weg von einer Schlachtflotte hin zu einer Marine, deren Hauptaufgabe in der Störung oder Zerschlagung der gegnerischen Nachschubwege lag. Dies zeigt sich durch die angedachte Erhöhung der Kreuzerbestände  und der Ausweitung der U-Boot Flotte. Eine angemessene Zahl von schlagkräftigen Großkampfschiffen sollte durch das Niederkämpfen der schweren Geleitzugsicherungskräfte den Kreuzern den Einsatz gegen die Transportschiffe innerhalb  des Geleitzuges erleichtern. Um eine Entscheidungsschlacht gegen die britische Flotte durchzufechten wäre selbst die angedachte Schlachtflotte zu schwach gewesen. Die britische Admiralität hatte in ihren Flottenbauplänen bereits  Schlachtschiffe vorgesehen, welche der deutschen H-Klasse Paroli hätten bieten können.
 
 

Schiffstyp

Anzahl

Einheiten aus dem Z-Plan

Vorhandene bzw. vorher geplante Einheiten

Schlachtschiff

10

6 H-Klasse

2 BISMARCK-Klasse
2 GNEISENAU-Klasse

Panzerschiff (alt)
10000 t

3

-

3 DEUTSCHLAND-Klasse

Panzerschiff (neu)
20000 t

12

12 Kreuzer Typ P

-

Flugzeugträger

4

4 kleine Träger 12000 t

2 GRAF ZEPPELIN-Klasse

Schwere Kreuzer

5

-

5 ADMIRAL HIPPER-Klasse

Leichte Kreuzer

22

16 M-Klasse

EMDEN
3 K-Klasse
2 LEIPZIG-Klasse

Spähkreuzer

22

22 Spähkreuzer 5000 t

-

Zerstörer

68

38 Typ 1938B

30 der Typen 1934, 1934A, 1936, 1936A

 

Auf Befehl Hitlers vom 27.01.1939 hin bekam das Flottenrüstungsprogramm Vorrang vor allen anderen Rüstungsvorhaben.
Während der Ausführungsphase gab es immer wieder Änderungen im Ablauf  und der Zusammensetzung des Schiffsbestandes. Aufgrund von Problemen bei der Entwicklung des Kreuzers "P" wurde die Planung abgeändert zum Schlachtschiff "O".
Die Verwirklichung des Z-Planes war für Mitte bis Ende der vierziger Jahre angedacht, jedoch kam durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges schnell das Ende dieser Planung.

 Fertig oder in naher Zukunft indienststellbar waren:

1 Flugzeugträger GRAF ZEPPELIN   (nicht indienstgestellt)
2 Schlachtschiffe GNEISENAU-Klasse
2 Schlachtschiffe BISMARCK-Klasse
3 Panzerschiffe DEUTSCHLAND-Klasse
5 Schwere Kreuzer ADMIRAL HIPPER-Klasse   (2 nicht fertiggestellt)
6 Leichte Kreuzer
22 Zerstörer

Angesichts der Flottenstärke zu Beginn des Krieges soll Admiral Raeder sich dahingehend geäußert haben, daß es nicht das Ziel der deutschen Marine sein konnte zu siegen, sondern nur mit Anstand zu sterben.
Die Weiterführung des Z-Planes wurde zugunsten anderer dringenderer Rüstungsanstrengungen bald fallengelassen und das Hauptaugenmerk bei der Aufrüstung der Flotte auf die Produktion von U-Booten gelegt..