Ingenieuroffizierslaufbahn

Die Ingenieuroffiziere der Kriegsmarine sind die verantwortlichen Leiter des Maschinenbetriebes an Bord der Kriegsschiffe und die militärischen Führer und Erzieher der ihnen unterstellten Soldaten.
Zu Lande werden die Ingenieuroffiziere verwendet in militärischen Stellungen des Truppendienstes als Kompanieoffiziere, Kompaniechefs und Abteilungskommandeure, als Ausbildungsoffiziere, Erzieher und Lehrer an den Marneschulen, als Kraftfahroffiziere, Leiter der Kraftfahrbereitschaften, Kommandeure der Kraftfahrlehrabteilungen, als Leiter der Marinelehrwerkstätten, als Adjutanten und Sachbearbeiter in Stäben und bei Kommandobehörden, als Marine-Attache-Gehilfen, als Kommandeure der Marineschulen Kiel, Wesermünde und Emden, als Ressort- und Betriebsdirektoren auf den Kriegsmarinewerften, als Chef des Stabes, als Amtsgruppenchef, Abteilungschef beim Oberkommando der Kriegsmarine und als Inspekteure der Schiffsmaschineninspektionen, Schiffstamminspektionen und Wehrwirtschaftsinspektionen.
Entsprechend ihrer eingehenden praktischen und wissenschaftlichen Ausbildung und den im Dienst erworbenen Erfahrungen in der Behandlung und Verwendung der ihnen unterstellten Kriegsschiffmaschinenanlagen sind sie berufen, an der Weiterentwicklung dieser Anlagen mitzuarbeiten.
Jüngere Ingenieuroffiziere werden nach Eignung und Bedarf zum Studium zur Technischen Hochschule in Berlin kommandiert, das mit der Diplomprüfung abschließt.
Zur Erweiterung der technischen Kenntnisse auf den Gebieten des allgemeinen und des Schiffsmaschinenbaus, der Motorentechnik, der Wärmewirtschaft und der Elektrotechnik finden Kommandierungen zu Besichtigungen namhafter gewerblicher Anlagen und Werke, größerer Privatwerften und Fachausstellungen statt.
Durch besondere Lehrgänge werden die Ingenieuroffiziere mit den neuesten Fortschritten und Forschungsergebnissen auf den für die Marine wichtigen Gebieten der Technik vertraut gemacht.
Ingenieuroffiziere, die für Fremdsprachen befähigt sind, können sich in besonderen Offizierlehrgängen auf Sprachprüfungen (Dolmetscherprüfung) in den neueren Sprachen vorbereiten.

 

Normaler Ausbildungsablauf:

3 Monate

militärische Grundausbildung

2 Monate

Werkstättenausbildung

3 Monate

Schulschiff, während dieser Zeit Ernennung zum Kadetten(Ing.)

5 Monate

Marineschule, abschließend mit Ingenieuroffizierhauptprüfung, während dieser Zeit Ernennung zum Fähnrich(Ing.)

2 Monate

Werkstättenausbildung

8 Monate

Frontdienst in des Flotte, während dieser Zeit Beförderung zum Oberfähnrich(Ing.)

ges. etwa 23 Monate

Nach insgesamt etwa 2 Jahren Beförderung zum Leutnant(Ing.)

 

Anschließend Bordausbildung als Leutnant(Ing.) und Ausbildung auf der Marineschule Kiel, abschließend mit der Ingenieuroffiziersberufsprüfung.

 

 

 

(Text entnommen aus einem Merkheft für Freiwillige der Kriegsmarine ca. 1938/39. Der Text ist in Stil der Sprache und der Einstellung der damaligen Zeit verfasst, vermittelt aber, auch trotz aller werbenden Töne, die Inhalte dieser Offizierslaufbahn innerhalb der Kriegsmarine)