Operative Führung

Stellenbesetzung des Stabes bis Oktober 1939:

Stellenbesetzung des operativen Führungsstabes von Oktober 1939 bis Kriegsende:

Truppendienstliche Führung

Frontverbände

Ausbildungsverbände und -Einheiten

Auf Grund der politischen Lage trat am 18.08.39 eine Neuorganisation des F.d.U.-Verbandes in Kraft.
Bei Ausbruch eines Krieges mit Polen, England und Frankreich war für die Unterseebootswaffe mit drei Kriegsschauplätzen zu rechnen : Ostsee, Nordsee und Atlantik.
Die Operationen der Kriegsmarine in der Ostsee sollten durch das Marinegruppenkommando Ost, die in der Nordsee durch das Marinegruppenkommando West und die im Atlantik durch die Seekriegsleitung geführt werden. Entsprechend dieser Gliederung wurde die Bildung einer Befehlsstelle F.d.U.Ost und F.d.U.West vorgesehen.
Der F.d.U, Kapt.z.S. und Kommodore Dönitz, sollte als F.d.U.Skl mit seinem aktiven Stab jeweils an der Stelle eingesetzt werden, an der der Schwerpunkt liegen würde. Da zunächst nur mit einem Krieg gegen Polen gerechnet wurde, begab sich der F.d.U.Skl am 18.08.39 mit seinem Stab nach Swinemünde, wo er die Führung als F.d.U.Skl und gleichzeitig F.d.U.Ost übernahm. Die Geschäfte als F.d.U.West führte zum gleichen Zeitpunkt der Chef der 2. Unterseebootsflottille, K.Kapt. Ibbeken.

Nach der Flucht der wertvollen polnischen Kriegsschiffe nach England entfiel die Hauptaufgabe der Unterseeboote in der Ostsee, und die Boote wurden weitgehend in die Nordsee verlegt. Auch Kapt.z.S. und Kommodore Dönitz verlegte am 31.08.39 nach Wilhelmshaven, so daß sich am 01.09.39 folgendes Bild ergab: F.d.U. Skl zugl. F.d.U.West Kapt.z.S. und Kommodore Dönitz, F.d.U. Ost F.Kapt.. Schomburg.

Mit dem 19.09.39 kamen die Operationen in der Ostsee völlig zum Abschluß, und die Dienststelle des F.d.U. Ost wurde aufgelöst, so daß es fortan wieder nur noch einen F.d.U. gab.

Mit Wirkung vom 17.10.39 trat eine entscheidende Neuorganisation des F.d.U.Verbandes in Kraft.
Von Umbenennungen abgesehen, blieb diese Neuorganisation bis zur Kapitulation unverändert bestehen. Der Führer der Unterseeboote (F.d.U.) wurde Befehlshaber der Unterseeboote (B.d.U.). Gleichzeitig wurde die operative von der truppendienstlichen Führung getrennt.

 

Sitz der Befehlsstelle des B.d.U. und der Operationsabteilung:

  • 11.39 - 09.40 in Sengwarden bei Wilhelmshaven
  • 09.40 - 11.40 in Paris, Boulevard Suchet
  • 11.40 - 03.42 in Kernevel bei Lorient
  • 03.42 - 03.43 in Paris, Avenue Maréchal Maimoury
  • 03.43 - 12.43 in Berlin-Charlottenburg, Steinplatz
  • 12.43 - 02.45 in Bernau, Stabsquartier „Koralle"
  • 02.45 - 04.45 in Sengwarden bei Wilhelmshaven
  • 04.45            in Plön
  • 05.45            in Flensburg-Mürwik.
     

 

Unter der Seekriegsleitung hatte der B.d.U. durch seine Operationsabteilung von seiner Befehlsstelle aus ohne Zwischenschaltung der Flottillen die operative Führung der Frontboote in der Nordsee und im Atlantik und ab 1943 auch im Indischen Ozean.

Im Laufe der Zeit traten weitere Kriegsschauplätze hinzu. Die operative Führung war folgende:

  • Nordsee, Atlantik, Indischer Ozean (Ostasien)
    B.d.U.op
  • Mittelmeer
    Von 09.41 bis 11.41 operative Führung im Westmittelmeer bis zur Straße von Messina durch B.d.U.op, ostwärts der Messinastraße durch den Chef der 23. U-Fl. in Salamis nach Weisung des Admirals Ägäis.
    Ab 11.41 operative Führung aller Mittelmeerboote durch den F.d.U. Italien bzw. F.d.U. Mittelmeer nach Weisung des Befehlshabers des Deutschen Marinekommandos Italien.
  • Nordmeer (Unterseeboote im arktischen Raum)
    Operative Führung durch den Admiral Nordmeer (U-Asto) nach Weisung des Marinegruppenkommandos Nord.
    Ab 01.43 durch den F.d.U. Norwegen bzw. F.d.U. Nordmeer.
  • Schwarzes Meer
    Operative Führung durch den Chef der 30: Unterseebootsflottille nach Weisung des Kommandierenden Admirals Schwarzes Meer.
  • Ostsee
    Während des Polenfeldzuges durch den F.d.U.Skl.
    Im Sommer 1941 beim Unternehmen „Barbarossa" durch den Befehlshaber der Kreuzer.


Während des Einsatzes von Unterseebooten in der östl. Ostsee 07.44 bis 02.45 lag die operative Führung beim Admiral östl. Ostsee (U-Asto./Unterseebootseinsatzleiter Finnenbusen F.Kapt. Brandi, Kptlt. Gelhaus).

 

Die operative Führung der Unterseeboote im Mittelmeer und im Nordmeer konnte kurzfristig vom B.d.U.op übernommen werden. Dieser Fall trat im Mittelmeer bei der italienischen Kapitulation ein. Der F.d.U. Italien, der sein Stabsquartier in Rom hatte, mußte dort mit seiner Ausschaltung rechnen und auf seine Bitte übernahm der B.d.U.op die Führung der Mittelmeerboote. Nach seiner Verlegung nach Toulon ging die operative Führung wieder auf den F.d.U. Italien (jetzt F.d.U. Mittelmeer) über.

Beim B.d.U.-Stab war als ital. Verbindungsoffizier der Kgl. ital. Marine K.Kapt. Sestini kommandiert.