Unter strenger Auslegung der Bestimmungen des Versailler Vertrages galten bereits die Torpedoboote Typ 1923 und Typ 1924 („Raubvogel“- und „Raubtier“-Klasse als Zerstörer, da ihre Verdrängung um die 800 t betrug. Bewaffnungstechnisch waren sie jedoch eindeutig nur Torpedoboote.

Die Rüstungsentwicklungen in Frankreich mit der „1500 t“, „2100 t“ und „2400 t“-Klasse aber auch Polens mit der BURZA-Klasse brachte Deutschland in Zugzwang. Da beide Länder als Hauptgegner galten mußten geeignete Schiffe in dieser Größenklasse entwickelt und gebaut werden.

Die Forderungen Raeders führten über weitere Entwurfsgrößen zum „Zerstörer 1934“. Um die notwendige Bewaffnung gegen die franz. Typen von mindestens 5 x 12,7 cm und 8 Torpedorohren tragen zu können mußte bei der Verdrängung auf ca. 2200 t heraufgegangen werden.

Dieses war ein eindeutiger Bruch des Versailler Vertrages. Erst mit den neuen Vereinbarungen des deutsch-englischen Flottenvertrages von 1935 wurde diese Klasse (wie auch die „Zerstörer 1934 A“) nachträglich legalisiert.

Das Anwachsen der Schiffsgröße, die in der Verdrängung inzwischen doppelt so hoch ausfiel wie noch im ersten Entwurf, resultierte vor allem aus dem Zwang nach ständiger Erhöhung der Bewaffnungsstärke. Man orientierte sich dabei eng an den französischen Zerstörerneubauten die mit bis zu 5 x 13,9 cm Geschützen recht stark bewaffnet waren.

Mit einer Gesamtrohzahl von zehn fiel die Flugabwehrbewaffnung relativ gut aus und war auch in guter Weise auf dem Schiffskörper positioniert um ein großes Bestreichungsfeld zu erzielen.

Das Manko des Typs 1934 war eindeutig die Maschinenanlage. Zur Erreichung hoher Geschwindigkeiten bei gleichzeitig niedrig zu haltendem Platzbedarf wählten die deutschen Konstrukteure das Hochdruck-Heißdampf Verfahren. Diese Art Maschinenanlage war zwar bereits auf einigen Schiffen - vor allem Schnelldampfern - im Einsatz, sollte jedoch für den neuen Zerstörertyp noch weiter ausgereizt werden, in dem man den Betriebsdruck der Kessel auf 70 atü erhöhte.

Dieses führte dazu, daß somit eine Antriebstechnik in die Zerstörer eingebaut wurde die noch längst nicht ausgereift war. Die Folgen aus diesem Tun zeigten sich in den vielen massiven technischen Problemen während des Betriebs. Defekte aller Art, vor allem Rohrrisse verlangten immer wieder nach aufwendigen Reperaturen. Trotz vieler Änderungen und Verbesserungen der Antriebsanlage blieb diese ein Schwachpunkt der „Zerstörer 1934“.

Ein weiteres Problem war der Schiffskörper selbst. Durch eine zu schwache Ausführung der Verbände neigten diese Zerstörer zum Durchbiegen. Durch das Anbringen von Verstärkungen unter- und oberhalb der Wasserlinie sowie auf den Decks wurde versucht diesem Problem entgegenzuwirken. Gleichzeitig wurden damit die von der Antriebsanlage erzeugten Vibrationen des Schiffskörpers vermindert. Da aber in der Hauptsache nur der mittlere Bereich des Schiffes diese Versteifungen erhielt verlagerten sich die Schwingungsprobleme auf das Vorder- und Achterschiff.

Alle vier Einheiten dieses Typs wurden am 07.April 1934 bei den Deutschen Werken, Kiel in Auftrag gegeben und traten zwischen Januar und Mai 1937 in Dienst.