Im Jahre 1929 richtete die damalige Reichsmarine in Kiel die sogenannte Nachrichten-Versuchsabteilung der Marine (NVA) ein. Bei der NVA befand sich 1932/33 ein Unterwasserortungsgerät in der Erprobung. Mittels Schallwellen unterhalb des hörbaren Bereiches sollte eine Messung von Richtung und Entfernung durch Reflexionen einer ausgesendeten Welle durchgeführt werden.

Auf diesem Verfahren gründeten Überlegungen über eine Anwendung von elektromagnetischen Wellen nach gleichen Prinzip.
Von der NVA wurde bei der Firma Pintsch in Berlin ein Sender und ein Empfänger bestellt, der auf einer Wellenlänge von 13,5 cm arbeitete. Für erste Versuche im Herbst 1933 wurden Röhren verwendet die unter Mithilfe von Professor Kohl entwickelt wurden. Der Sender erreichte eine Leistung von etwa 100 mW. Reflexionen konnten mit dieser Apparatur nicht erziehlt werden
 

Dr. Kühnhold (Laboratoriumsleiter der NVA) versuchte enbenfalls sehr kurze EM-Wellen für Luft-Ortung anzuwenden. Er beschaffte sich hierfür einige der kürzlich, von der niederländischen Firma Phillips entwickelten Magnetrone.
Mit diesen Magnetronen wurden Versuchsgeräte (Gegentaktsender mit 80 W Leistung) gebaut, bei denen sich jedoch die Sendesysteme als sehr instabil erwiesen.
Die Mittel hierfür kamen mangels eines ausreichenden Etats der NVA vom Artilleriewaffenamt und der Torpedoversuchsanstalt. 

Um schnellere Fortschritte zu erzielen setzte sich Dr. Künhold mit Dr. Ruge von der Firma Telefunken in Verbindung und suchte nach einer Zusammenarbeit. Er wünschte die ausgezeichnete Ausstattung Telefunkens für experimentelle Forschung nutzen zu dürfen. Eine Zusammenarbeit der NVA mit der Firma Telefunken wurde aber, seitens der damals auf dem Funksektor führenden deutschen Firma, abgelehnt. Dr. Ruge stand dem Verfahren sehr skeptisch gegenüber.

Für eine erfolgreiche Forschung und Entwicklung wurde deutlich mehr Geld benötigt. Darum wurde die Gründung der Firma GEMA (Gesellschaft für elektroakustische und mechanische Apparate mbH) beschlossen, erfolgt durch Mittel aus dem Marinehaushalt.
GEMA sollte, in Zusammenarbeit mit der NVA, die Probleme der Funk-Entfernungsmessung lösen.
Einer der Geschäftsführer der GEMA, Herr Freiherr von Willingen (bei dem anderen handelte es sich um den Herrn Erbslöh) besorgte in Holland einige leistungsstarke Magnetrons.

Für den ersten Versuch, der am 20.3.1934 in Kiel durchgeführt wurde, baute man einen Sender auf der Wellenlänge 48 cm mit einer Leistung von 100 W.
Der Versuch schlug zunächst fehl. Es wurde keine Rück Strahlung vom Testobjekt, dem Linienschiff Hessen aufgefangen. Die Entfernung des Ziels von der Sende-/Empfangsvorrichtung betrug dabei nur etwa 800 m.

Schnell wurde die Ursache des Misserfolges ausgemacht. Die räumlich enge Zusammenlegung von Sender und Empfänger bewirkte ein Zuschwämmen des Empfängers durch den Sender. Die dagegen schwächeren Reflexionssignale kamen durch die Sendersignale nicht mehr hindurch.
Nachdem man den Empfänger außerhalb des Bereiches der Senderstrahlung verlegte, konnte ein Reflexionssignale aufgefangen werden.

Dr. Kühnhold bestand jedoch darauf Sender und Empfänger für die Bordverwendung in einem Gerät zu konzentrieren. Als Lösung wurde von Dr. Rindfleisch (NVA) die Idee entwickelt den Empfänger für die Dauer des Sendeimpulses zu sperren. Öffnete man den Empfänger im Moment des Sendesignalendes, so würden die Reflexionssignale (die zeitlich verzögert wieder eintrafen) auf einen unverstopften Empfänger treffen.

Dem Konkurrenten und gleichzeitigem Materiallieferanten der GEMA,  Pintsch in Berlin gelang in der Zwischenzeit ein bemerkenswerter Erfolg auf 13,5 cm Wellenlänge. Mit einer Leistung von 300 mW wurde in einem Test ein Echo eines zwei Kilometer entfernten Objektes aufgefangen.
Die GEMA erreichte zur gleichen Zeit auf 48 cm nur eine Reichweite von 300 m. Angespornt durch diesen Erfolg von Pintsch wurde die Entwicklung innerhalb der GEMA forciert und auch ein zählbares Ergebnis erzielt.

Zuerst wurden die Versuche aber mit getrenntem Sender und Empfänger fortgesetzt.
Am 24.10.1934 wurden dabei Reflexionen von dem 500 t großen Versuchsboot Welle auf einer Entfernung von 3800 m aufgefangen. Durch einen Zufall wurde dabei auch ein durch den Sendestrahl fliegendes Flugzeuge geortet. Dieses befand sich etwa 11 km entfernt. Diese Entfernungsangaben konnten allerdings noch nicht durch die verwendeten Geräte vorgenommen werden.

Ende Oktober 1934 konnte der Kreuzer Königsberg auf 7 km geordnet werden. Hierbei konnte zum ersten Mal ein Aufbau verwendet werden, bei dem Sender und Empfänger dicht zusammen standen.
Möglich wurde dieses durch die Verwirklichung der Idee den Empfänger während der Sendeimpulse zu sperren. Die Anzeige der Impulse erfolgte auf einer Braunschen Röhre.

Ab Juli 1935 wurden Versuche an Bord des Versuchsbootes Welle durchgeführt. Der erfolgreiche Verlauf dieser Versuche ermutigte die NVA das Gerät nun wichtigen Offizieren der Reichsmarine vorzuführen.

Am 26. September 1935 fand in Pelzerhaken eine eindrucksvollen Vorführung statt. Anwesend waren unter anderem: der OBdM, Admiral Raeder, der Chef des Marinewaffenamtes, Vizeadmiral Witzell und der Flottenchef, Admiral Carls.
Die Vorführung erfolgte mit einem 50 cm Gerät mit einer Impulsleistung von 800 W. Angemessen wurde das Versuchsboot Welle und das 1000 t große Artillerieschulschiff Bremse. Die erreichten Reichweiten betrugen nun 8,5 km (gegen Bremse) und 7 km (gegen Welle). Es wurden Genauigkeiten von +/- 0,2 Grad in der Seitenpeilung und +/- 150 m in der Entfernung erzielt.

Nach der erfolgreichen Vorführung wurden folgende Ziele in der zukünftigen Entwicklung gesteckt:

1.
Entwicklung einer Triode, Wellenlänge 50 cm mit Impulstastung durch die GEMA. Diese baute einige Senderröhren aus den USA nach.
2.
Entwicklung eines Gerätes auf der Wellenlänge von 10 - 14 cm.
3.
Entwicklung eines Gerätes mit höherer Auffassungsreichweite. Wellenlänge circa 2 m.
4.
Verbesserung der Entfernungsmessgenauigkeit. Neuentwicklung eines Phasenschiebers.
5.
Verbesserung der Seitenpeilgenauigkeit auf 50 cm Wellenlänge. Entwicklung der Seitenpeilung für das 2 m Gerät.