Im Frühjahr 1936 erprobte die GEMA ein Gerät auf 1,8 m Wellenlänge. Ein Flugzeuge wurde bereits beim ersten Versuch auf 28 km Entfernung angemessen. Dieser Wert konnte in Kürze auf bis zu 80 km gesteigert werden. Auf diesem Gerät bauten die späteren „Freya“-Geräte auf.
Im Herbst 1936 erzielte das technisch verbesserte Gerät eine Messgenauigkeit von +/- 100 m bei etwa 90 km Entfernung.
 

Mangelnde Versuchserfolge, im Verbund mit fehlenden Entwicklungskapazitäten, führten im Sommer 1936 zu einer Entscheidung, welche die deutsche Weiterentwicklung entscheidend ins Hintertreffen bringen sollte. Bei der Entwicklung der Zentimeter Geräte (10 bis 14 cm) zeigte sich, dass die Wellen sich bei der Reflektion wie optische Wellen (Lichtwellen) verhielten. Die erzielbaren Ergebnisse gegen Schiffe wurden als so gering angesehen dass man die Entwicklung einstellte. Diese Einstellung hielt sich bis in die Anfänge des Jahres 1943.
Mit Erstaunen wurde es aufgenommen, das aus einem im Februar 1943 abgeschossenen englischen Bomber als ein Gerät geborgen wurde, welches auf der Zentimeterwelle arbeitet. Die fehlenden sieben Jahre in der Entwicklung konnten bis Kriegsende nicht eingeholt werden.
 

Die Entwicklung konzentrierte sich nun auf die Zentimetewelle.
Für den Bordeinsatz wählte man die 80 cm Welle. Hierfür standen Röhren mit deutlich höherer Leistung als auf 50 cm zur Verfügung. Das erste der neuen Geräte und wurde auf dem Torpedboot G10 eingebaut.
Mit diesem Gerät wurden im Juli 1937 Nachtschiessübungen durchgeführt die zu positiven Erfolgen führten. So übertraf die Messeentfernung des Funkmessgerätes bereits die Laufstrecke von Torpedos bei Nachtschüssen. Die Torpedowaffe brauchte sich, bei eingeschränkter Sicht, nicht mehr auf Schätzungen verlassen, sondern sie erhielt konkrete Entfernungsangaben.
 

Nachdem die Tauglichkeit der neuen Geräte für die Torpedowaffe  festgestellt war, musste dieselbe auch für die Artillerie bewiesen werden.
Zur gleichen Zeit, in der das erste Gerät auf G10 eingebaut wurde, erhielt das neue Versuchsschiff der NVA, die Strahl, ebenfalls ein 80 cm Gerät.
Weiterhin erhielten der leichte Kreuzer Königsberg und das Panzerschiff Admiral Graf Spee gleiche Geräte.
Die Entfernungsergebnisse, die bei Artillerieübungen ermittelt wurden verglich man laufend mit der optischen Messung. Dabei zeigte sich eine hohe Genauigkeit der Messung mittels Funkmessgerät. Allerdings stellten sich Ausfälle ein, sobald mit dem Salvenschießen begonnen wurde, bedingt durch die Erschütterungen die dabei auftraten. Diese Ausfälle führten zu einer negativen Bewertung des Funkmessverfahrens für schwere Einheiten.

Im Januar 1939 wurde nun für das Luftzielgerät  “Freya” die Wellenlänge von 2,40 m und für das Seezielgerät “Seetakt” die Wellenlänge von 80 cm festgelegt, und mit der Serienfertigung des “Freya”-Gerätes begonnen.
Mit den “Seetakt”-Geräten wurden zunächst die Borderprobungen weitergeführt, wobei diese im Sommer sogar auf zwei U-Boote ausgeweitet wurden.
Eine Ausrüstung der U-Boote mit “Seetakt”_Geräten wurde vom FdU jedoch im August 1939 abgelehnt.. Die Weiterentwicklung dieser speziellen Geräte wurde eingestellt.

Bei Ausbruch des Krieges waren nur wenige Funkmessgeräte einsatzbereit. Bis Ende 1939 waren gerade einmal 4 “Seetakt”- und 8 “Freya”-Geräte ausgeliefert.

Fehlende Haushaltsmittel, bürokratische Zwänge und fehlerhafte Einschätzung der Lage und der Verwendbarkeit der Geräte führten dazu, dass Deutschland in der Funkmesstechnik schnell ins Hintertreffen gelangte.